Der GR 131 über Fuerteventura führt durch eine erstaunlich vielfältige Landschaft. Beginnend mit der Vulkaninsel Isla de Lobos, verläuft der durch Vulkankrater, über windige Bergkämme, durch die wandernden Dünen von El Jable. Am Ende wartet die raue Atlantikküste, wo der Leuchtturm von Jandía den Abschluss der Insel markiert.
Inhaltsverzeichnis
ToggleGR 131 Tag 4 – Ein ruhiger Tag auf der Isla de Lobos
Isla de Lobos: 8 km / 255 hm / 2,5 h
Ryan kämpft noch mit seiner Erkältung, und die kleine Insel Isla de Lobos eignet sich perfekt für einen ruhigen Wandertag. Der GR 131 verläuft hier auf eigentlich nur vier Kilometern, aber um diesen Abschnitt zu einem Rundweg zu machen, sind es dann acht. Höhenmeter gibt es auch kaum. Also gerade genug Bewegung, um zu testen, wie es ihm geht.
Wir nehmen die Fähre erst um 11:15 Uhr, sodass wir den Morgen entspannt beginnen können.
Auf der Insel lassen wir uns bewusst Zeit. Statt Strecke zu machen, bleiben wir immer wieder stehen und achten auf die kleinen Dinge. Zwischen den Steinen huschen kleine Eidechsen davon, auf dem Strand sammeln sich Muscheln in allen Formen und Farben, und zwischen dem Vulkangestein wachsen salzige Seebohnen und kleine violette Blüten.
Der Weg führt zunächst an der zerklüfteten Küste entlang. Dunkle Lavafelsen liegen zwischen hellen Sandbuchten, und die Wellen rollen in langen Linien auf den Strand zu. Über dem Meer ziehen schwere Wolken, aus denen immer wieder einzelne Sonnenstrahlen brechen.
Wir passieren die Lagune Las Lagunitas, ein ruhiges Wasserbecken zwischen Lavafeldern und Atlantik. Leichter Regen zieht über die Insel, doch bald erreichen wir den Leuchtturm im Norden. Von hier aus haben wir einen weiten Blick über die Insel, das Meer und zurück auf Fuerteventura. Wir setzen uns und essen unsere Sandwiches. Kurz zeigt sich sogar die Sonne.
Anschließend folgen wir dem GR 131 quer durch die Mitte der Insel. Ein kleiner Abstecher führt uns auf den Gipfel der Montaña La Caldera. Der Aufstieg führt über dunkles, loses Lavagestein. Mit jedem Schritt öffnet sich der Blick weiter über die Insel. Unter uns liegen die rauen Vulkanlandschaften von Lobos, während sich vor uns das Meer ausbreitet.
Gerade als wir oben ankommen, bricht die Sonne durch die Wolken. Von hier aus überblicken wir die ganze Insel. Wir nutzen die Gelegenheit und sitzen eine Weile am Gipfel, um die Aussicht und Einsamkeit hier oben in vollen Zügen zu genießen.
Als wir wieder absteigen, setzt der nächste Regenschauer ein. Der Wind pfeift über die offene Landschaft. Doch so schnell, wie das Wetter kommt, verschwindet es auch wieder. Kurz darauf reißt der Himmel auf, und Sonnenlicht überzieht die Insel.
Die verbliebene Zeit bis zur Fähre zurück nach Fuerteventura verbringen wir am Strand La Caleta. Ryan wagt sich sogar ins Wasser. Ich begnüge mich damit, nur meine Füße ins Meer zu tauchen.
GR 131 Tag 5 – Zwischen Kratern und Windmühlen
Corralejo bis Montaña de la Oliva: 24,6 km / 640 hm / 5 h
Ich schlafe heute ungewöhnlich lange. Erst um acht Uhr wache ich auf – normalerweise um halb sieben. Die Erkältung hat mich nun auch erwischt. Immerhin geht es Ryan deutlich besser. Mitfühlend reicht er mir ein Hustenbonbon, und wir lassen uns Zeit mit dem Aufbruch.
Draußen erwartet uns ein strahlend blauer Himmel. Kein Nebel, kein Regen. Das kommt natürlich auch mit einer gewissen Hitze daher, aber immerhin ist es weniger schwül, und damit fühlen wir uns nicht so klebrig wie die letzten Tage.
Hinter Corralejo folgen wir einer staubigen Piste durch grüne Vulkanlandschaft. Sie zieht sich in sanften Kurven durch die Vulkankegel Bayuyo, Caldera Encantada und Caldera de Rebanada. Ich fühle mich heute etwas schwach, genieße aber dennoch die Landschaft und es, der Stadt zu entfliehen. Nur hin und wieder fährt ein Auto an uns vorbei, ansonsten ist es angenehm ruhig.
In den Lavafelsen um uns herum wuselt es von Streifenhörnchen. Während wir an einem Aussichtspunkt eine Pause einlegen, beobachten wir ein Paar, das die außergewöhnlich zutraulichen, zugegebenermaßen niedlichen Kreaturen mit Erdnüssen füttert.
Dann erhebt sich Calderón Hondo vor uns. Aus der Ferne sehen wir bereits Menschen auf den Vulkan steigen, und wir schließen uns an. Der Aufstieg ist kurz. Oben blicken wir direkt in den Krater: ein gewaltiger Trichter, dessen steile Flanken in Schichten aus rotem und schwarzem Gestein abfallen. Zeugnisse vor langer Zeit erstarrter Lava. Wir sehen auch wieder hinüber nach Lanzarote, endlich mal bei klarer Sicht. Auch hier wuseln Streifenhörnchen und beobachten aufmerksam, ob vielleicht etwas für sie abfällt.
Statt wieder zurück zum GR 131 abzusteigen, folgen wir einem schmalen Pfad entlang des inneren Kraterrands. Schließlich verlassen wir den Vulkan auf einer steilen Spur durch loses Lavageröll und queren hinüber zur Montaña Colorado. Auch diesen Gipfel nehmen wir noch mit. Von oben haben wir einen großartigen Blick zurück auf den Kraterberg, während sich unter uns die Ebene mit ihren Feldern und kleinen weißen Häusern ausbreitet, eingerahmt von einer Kette weiterer Vulkane.
In Lajares werden wir vom Geruch von auf Kohlen gegrilltem Hühnchen angelockt. Der Duft ist zu verführerisch. Wir kehren ein und essen Pollo Asado mit Maiskolben, Kartoffeln und einer Cola.
Als wir den Ort wieder verlassen, steht die Sonne hoch. Die Hitze ist jetzt deutlich spürbar. Wir trotten eine Weile entlang der Straße, bis der Weg auf einen leicht ansteigenden, steinigen Pfad neben einer Trockensteinmauer abzweigt. Vulkane im Hintergrund, violette und gelbe Blumen im Vordergrund. Über uns ziehen krächzende Raben ihre Kreise.
Meine Erkältung macht mir jedoch ordentlich zu schaffen. Schweißgebadet schleppe ich mich dahin und konzentriere mich nur darauf, das nächste Shelter und damit ein schattiges Pausenplätzchen zu erreichen. Dort angekommen, ruhe ich eine Weile aus. Ich bin platt. Ich trinke Wasser, nehme eine Ibuprofen und hoffe auf Besserung. Ryan brauchte drei Tage von den ersten Symptomen bis zur Besserung. Ich hoffe, dass es bei mir ähnlich läuft.
Später geht es auf einer breiten Piste hinunter nach La Oliva. Historische Windmühlen tauchen am Horizont auf. Dann hören wir schon von Weitem Musik.
Im Ort findet gerade ein Fest statt. Live-Musik dröhnt aus Lautsprechern, die Bässe vibrieren in meinem Körper. Es gibt Essensstände und Hüpfburgen. Noch ist aber nicht viel los, es scheint ein Abendprogramm zu sein. Wir füllen unsere Wasserflaschen in einer öffentlichen Toilette auf, essen einen Crêpe mit Nutella und ziehen dann weiter.
Hinter La Oliva führt der Weg über eine Ebene voller violettfarbener Blumen. Neben uns ragt Montaña de la Oliva auf, vor uns liegt der markante Berg Tindaya.
Wir einen perfekten Platz zum Übernachten hinter einem kleinen Erdwall. Gut versteckt und trotzdem mit Aussicht. Zum ersten Mal auf dem GR 131 schlafen wir draußen. Die Sonne sinkt langsam hinter dem Meer, während der Himmel über der markanten Silhouette des Montaña de Tindaya in warmen Farben leuchtet.
Wir hatten uns auf Cowboycamping vorbereitet, aber ohne Zelt geht es am Ende dann doch nicht. Kaum wird es dunkel, tauchen plötzlich Mücken auf. Bis heute wusste ich nicht einmal, dass es hier welche gibt. Sie scheinen erst am Abend aktiv zu werden. Also bauen wir doch noch schnell das Zelt auf.
GR 131 Tag 6 – Wasser suchen, Regen finden
Montaña de la Oliva bis kurz vor Betancuria: 29,3 km / 760 hm / 5,75 h
Am Morgen strahlt die Sonne auf den Vulkankegel des Tindaya und lässt seine Flanken golden aufleuchten, während ringsum noch graue Wolken hängen. Wir freuen uns darauf, den Berg zu besteigen. Wir gehen gerade von unserem Schlafplatz zurück auf den Trail, als eine Wanderin vorbeizieht, die wir seit unserem ersten Tag auf Lanzarote nicht mehr gesehen haben. Noch immer wissen wir nichts über sie, aber in unserer internen Trail-Logik hat sie längst einen Namen bekommen: Jetski.
Eigentlich wollten wir heute Montaña de Tindaya besteigen. Doch ein Schild weist uns darauf hin, dass der Weg auf den Berg seit Anfang des Jahres gesperrt ist. Also bleibt es beim Vorbeigehen.
Die nächsten Kilometer führen über staubige Pisten über die Ortschaften Tindaya und Tefía. Alles wirkt still, fast ausgestorben. Es ist Montag und alles hat geschlossen. Wasser gibt es auch keines. Wenigstens erleichtert die heute ausbleibende Hitze den Wassermangel.
Wir machen eine Pause vor einem ebenfalls geschlossenen Museum und setzen uns in die Sonne. Eine schwarze Katze streift über den Parkplatz, doch wie die meisten Katzen hier hält sie Abstand. Kaum bemerkt sie uns, verschwindet sie wieder.
Der Weg zieht sich. Dirt Roads, grauer Himmel, kaum Abwechslung. Kilometer um Kilometer trotten wir vor uns hin. Zur Unterhaltung beginnen wir, Steine vor uns her zu kicken.
Dann kippt das Wetter. Der Regen kommt plötzlich und heftig. Vom Wind quer über die Ebene gepeitscht, klatscht er uns fast horizontal ins Gesicht. Die Straße glänzt schwarz vor Nässe, und die Hügel verschwinden im milchigen Dunst.
In Llanos de la Concepción entdecken wir schließlich ein geöffnetes Restaurant. Genau zur richtigen Zeit. Wir sitzen auf der Terrasse, wärmen uns bei Tee auf, essen eine Portion Garbanza (ein schmackhafter kanarischer Kichererbseneintopf) und laden unsere Powerbanks auf. Währenddessen schauen wir dem Regen zu, der vom Wind vorangepeitscht wird. Es könnte schlimmer sein.
Als der Regen endlich nachlässt, wagen wir uns wieder hinaus. Ganz trocken bleiben wir nicht, doch nach ein paar hundert Metern wird uns wieder warm. Bis zum nächsten Ort, Valle de Santa Inés, sind es nur 1,4 Kilometer. Im kleinen Laden kaufen wir Wraps und eine Flasche Powerade. Dann ziehen wir weiter, begleitet vom lauten Kläffen zahlreicher Hunde hinter Zäunen.
Ein kurzer, aber steiler Anstieg führt in engen Serpentinen hinauf zum Mirador Corrales de Guize, 600 Meter über dem Meer. Unter uns liegt eine weite, grüne Ebene, die im Regen zunehmend im Dunst verschwindet. Die Aussicht bleibt heute leider begrenzt. Zwei große Statuen stehen auf dem Pass und stellen die letzten beiden Mahorero-Häuptlinge dar. Sie blicken über die Landschaft, während wir auf ihre blanken Hinterteile schauen.
Auf der anderen Seite öffnet sich ein grünes Tal. Unten liegen die Häuser von Betancuria, der ältesten Ortschaft der Kanaren, die einst sogar Hauptstadt des Archipels war. Der Pfad zieht sich am Hang entlang, gesäumt von gelben Blumen. Hübsch anzusehen – nur leider sind sie nass vom Regen und durchfeuchten unsere Schuhe.
Hinter einem kleinen Erdwall finden wir einen geschützten Platz für unser Zelt. Das Einschlafen fällt mir heute schwer. Meine Nase ist komplett verstopft, sodass ich durch den Mund atmen muss, was wiederum meine Halsschmerzen verstärkt. Dabei ging es mir tagsüber schon deutlich besser, sodass ich gehofft hatte, das Schlimmste sei überstanden. Pustekuchen.
GR 131 Tag 7 – Schluchten und Grate
Kurz vor Betancuria bis Filo de Tejeda: 25,5 km / 990 hm / 4,75 h
In der Nacht prasselt immer wieder heftiger Regen auf das Zelt. Am Morgen setzt er erneut ein. Da wollen wir nicht hinaus. Wir kuscheln uns also weiter in unsere warmen Schlafsäcke und warten ab.
Erst gegen neun Uhr hört es auf und kurz darauf reißt der Himmel auf und plötzlich ist er wieder da: blauer Himmel und Sonnenschein. Ein später, aber guter Start in den Tag.
Der Weg führt zunächst hinunter nach Betancuria. Die kleine Stadt liegt grün eingebettet zwischen den Hügeln, weiße Häuser, Palmen und eine Kirche mit Glockenturm. Mehrere Katzen streifen durch die Gassen, einige davon erstaunlich zutraulich. Wir füllen Wasser an der öffentlichen Toilette auf und machen uns dann an den langen Anstieg zum Morro del Cortijo, dem höchsten Punkt des GR 131 auf Fuerteventura. Der Wind bläst kräftig, und überall entlang des Weges leuchten wieder Teppiche aus gelben Blumen.
An einem Trail Shelter machen wir Pause. Zwei andere Wanderer sitzen dort bereits und sind in der Gegenrichtung unterwegs. Sie campen ebenfalls und mögen offenbar auch Katzen. Viel mehr erfahren wir allerdings nicht. Kurz darauf taucht auch Jetski wieder auf – unsere stille Trailbekanntschaft. Wie immer zieht sie rasch vorbei und verschwindet wieder in der Ferne. Noch immer keine Gelegenheit, mehr als ein „Hola“ mit ihr auszutauschen.
Der Weg ist nach dem Regen sehr matschig. Bald klebt so viel Lehm an unseren Schuhsohlen, dass sie sich anfühlen, als wären sie ein Kilo schwerer geworden.
Wir passieren mehrere der sogenannten Podomorph-Felsgravuren, doch sie sind schwer zu erkennen. Es handelt sich um in den Stein geritzte Fußabdrücke der Ureinwohner Fuerteventuras. Ihre genaue Bedeutung ist bis heute nicht geklärt, vermutlich hatten sie aber eine rituelle oder symbolische Funktion. Ich hingegen denke mir, dass es sich vielleicht genauso wie mit den Handabdrücken verhält. Es ist vielleicht einfach ein naheliegendes Motiv.
Anschließend laufen wir durch ein breites Flussbett, das zu einer Dirt Road umfunktioniert wurde. Dann erreichen wir die Casa de Naturaleza. Das Gelände wirkt wie ein kleiner botanischer Garten. Schmetterlinge flattern zwischen üppigen Pflanzen. Es fühlt sich an wie ein Labyrinth, zu den einzelnen Tischen zu finden. Das Essen ist etwas überteuert, aber vermutlich finanziert das die schöne Anlage. Unser Kellner kommt ursprünglich aus Marokko und lebt seit zwanzig Jahren hier. Er ist ausgesprochen freundlich und gesprächig. Wir entscheiden uns für die günstigeren Dinge auf der Karte: Tomatenbrot, Apfelstrudel und unser geliebtes Polvito Uruguayo.
Es folgt ein Road Walk, von dem wir in eine tiefe, palmenbewachsene Schlucht blicken. Das Wetter ist perfekt – sonnig, aber nicht zu heiß.
Beim anschließenden Aufstieg entdecken wir plötzlich Bewegung in den exponierten Felsen hoch über uns. Wahrscheinlich eine Ziege, sicher sind wir uns allerdings nicht. Wilde Ziegen gibt es meines Wissens nach hier nicht, wohl aber frei lebende. Wir können uns trotzdem nicht vorstellen, wie sie dort oben hinaufgelangt sein mag.
Von oben sieht sogar die kurvige Straße unten im Tal malerisch aus. Eine schmale schwarze Linie, die sich in weiten Schleifen durch die kargen Hügel windet. Schließlich erreichen wir den höchsten Punkt, genießen verschnaufend die Aussicht und beginnen den Abstieg Richtung Toto.
Dort wartet schon die nächste Katzenversammlung auf uns: vier Katzen auf einmal. Zwei sitzen perfekt zusammengerollt wie Brotlaibe, zwei weitere beobachten uns aufmerksam.
Kurz danach erreichen wir Pájara. Wieder entdecken wir eine Katze, dieses Mal eine orangefarbene. Ich führe ein längeres Gespräch mit ihr, doch streicheln lässt sie sich nicht. Spanische Katzen scheinen ihre Zuneigung nicht einfach so zu verschenken.
Auf dem Dorfplatz steht ein ungewöhnlicher Weihnachtsbaum: eine große Konstruktion, die vollständig mit tausenden bunten gestrickten Quadraten überzogen ist.
Zum ersten Mal auf dieser Wanderung kommen wir auch richtig mit anderen Wanderern ins Gespräch. Hendrik und Adrian aus Deutschland sind in der Gegenrichtung unterwegs und wandern den Abschnitt des GR 131 über Fuerteventura.
Im Supermarkt decken wir uns mit Brot, Chips, Schnitzel und Salat ein, den wir gleich vor dem Laden verspeisen. Außerdem kaufe ich Katzenleckerlis. Vielleicht kann ich die eher reservierten Inselkatzen damit für mich gewinnen. Kurz darauf finde ich eine schwarz-weiße Katze. Ich bezahle die fällige Katzensteuer mit ein paar Leckerlis und das funktioniert tatsächlich. Endlich darf ich wieder eine der spanischen Katzen streicheln.
In der Apotheke bekomme ich endlich ein Nasenspray gegen meine Erkältung. Hoffentlich verhilft mir das zu einer besseren Nacht. Wir verlassen den Ort und entdecken einen hübschen, kleinen Friedhof, der sogar Wasser und Steckdosen hat.
Eine Dirt Road führt uns langsam hinauf in die Berge und bald folgen wir einem schmalen Grat, der sich durch die Landschaft zieht. Es ist sehr windig hier oben. Wir sehen einen geschützten Zeltplatz in einem kleinen Tal, der eigentlich perfekt wäre. Es erscheint uns aber noch zu früh. Daher gehen wir noch ein Stück weiter, wohl wissend, dass wir das schnell bereuen könnten.
Es wird immer windiger und natürlich gibt es weiter oben rein gar nichts Flaches, Geschütztes zu finden. Dazu ist alles ziemlich felsig. Es gibt zwar einen steinernen Windschutz, aber er ist zu klein für unser Zelt, und cowboycampend können wir nicht sicher sein, dass es nachts trocken bleibt.
Immerhin werden wir mit einem spektakulären Sonnenuntergang belohnt. Der allein ist die schwierige Zeltplatzsuche bereits wert. Trotzdem ermahnt er uns, dass es Zeit wird, den Tag zu beenden.
Der Grat zieht sich noch einige Kilometer, daher entscheiden wir uns, den Grat zu verlassen. Wir steigen in ein kleines Tal hinunter, wo wir einen halbwegs windgeschützten Platz finden. Gerade rechtzeitig, bevor es dunkel wird.
GR 131 Tag 8 – Durch die Dünen von El Jable in den Sonnenuntergang
Filo de Tejeda bis Degollada de Mojones: 30,2 km / 780 hm / 6,25 h
Die Sonne geht hinter einer dünnen Wolkenschicht auf, färbt den Himmel rot und taucht die Berge um uns herum in warmes Licht. Meine Stimme ist am Morgen nur noch ein Krächzen. Ryan meint, ich klinge wie ein Frosch. Ein Hustenbonbon bringt zumindest etwas Besserung.
Vom Zeltplatz steigen wir zunächst etwa hundert Höhenmeter zurück hinauf zum Grat, um wieder auf den Trail zu gelangen. Die Landschaft öffnet sich weit unter uns – sanfte, braungrüne Hügel, dazwischen kleine Täler und vereinzelte Häuser. Über allem hängt eine dramatische Wolkendecke, durch die das Morgenlicht in einzelnen goldenen Streifen auf die Landschaft fällt.
Von dort führt der Weg weiter zum Gipfel des Paso. An einigen Stellen queren wir schräg über Felsen am Hang. Nichts wirklich Schwieriges, aber rutschig genug, um aufmerksam zu bleiben.
Einige der umliegenden Gipfel scheinen überhaupt keinen Weg zu haben. Auf der Karte ist jedenfalls nichts eingezeichnet. Ein ungewohnter Anblick, wenn man aus den Alpen kommt, wo praktisch jeder Hügel einen markierten Pfad besitzt.
Von hier geht es wieder hinunter. Unterwegs begegnen wir einigen Ziegen und süßen Zicklein. Zum Frühstück gibt es Apfelkuchen.
Danach folgen Dirt Roads. Landschaftlich nicht besonders spektakulär, aber wir kommen schnell voran. Die Sonne steht inzwischen hoch am Himmel und es wird deutlich wärmer.
In Cardón begrüßen uns mehrere laut bellende Hunde. Zwei von ihnen rennen mit voller Wucht gegen ein Tor, während sie uns aus ihren Höfen heraus einschüchtern wollen. Zum Glück trennt uns ein hoher Zaun.
Am Straßenrand entdecken wir eine Gruppe Streunerkatzen zwischen Müllcontainern. Eine von ihnen trägt sogar ein Halsband und ist deutlich weniger scheu als die anderen. Sie bekommt entsprechend den Großteil der Katzenleckerlis ab.
In einem kleinen Park gibt es zwar einen Wasserhahn neben Picknicktischen, aber aus ihm kommt kein Tropfen. Also machen wir einen kurzen Umweg zum Mini-Mercado. Wir kaufen Wasser, ein Brot und zwei Dosen Softdrinks. Einer davon heißt Clipper und gibt es nur auf den Kanarischen Inseln. Es schmeckt mir richtig gut. Es soll nach Erdbeeren schmecken, ist aber vor allem wunderbar künstlich, und zwar in der bestmöglichen Hinsicht.
Während wir weiterlaufen, singen wir „Smelly Cat“ von Phoebe aus der Serie Friends. Denn wir fühlen uns tatsächlich wie zwei ziemlich müffelnde Katzen. Meine Erkältung hat mich weiterhin im Griff – Schnupfen, rauer Hals, Husten. Ryan nennt mich liebevoll einen Snuffaluffagus. Mir gefällt das Wort.
Ein Stück folgen wir einer Bergstraße, später wieder einem trockenen Flussbett, das zu einer Dirt Road geworden ist. In Las Hermosas legen wir eine Pause ein und essen Sandwiches.
Dann wird es plötzlich unerträglich heiß. Der Wind verschwindet komplett, und die letzten Kilometer nach La Pared fühlen sich an wie ein Marsch durch einen Backofen. La Pared besteht mehr oder weniger nur aus zwei Restaurants, einem Resort und einem Surfcamp.
Wir flüchten vor der Hitze in eins der Restaurants. Der Besitzer ist sehr freundlich, spricht kaum Spanisch, dafür aber Deutsch. Offenbar kommen viele deutsche Gäste hierher.
Wir beschließen, ein paar Stunden zu bleiben und erst später, wenn es etwas kühler wird, den Wanderdünenabschnitt El Jable anzugehen. Diesen Abschnitt mitten am Tag zu laufen, wäre keine gute Idee, denn hier findet sich kein einziger Schattenfleck, geschweige denn Wasser.
Also warten wir zwei Stunden, bis die Hitze nachlässt, laden unsere Powerbanks auf und essen etwas. Für mich gibt es eine Currywurst, für Ryan einen Cheeseburger – ziemlich stereotype Entscheidungen für unsere jeweiligen Nationalitäten. Das Essen ist nicht besonders gut, aber wir sind einfach froh, im Schatten sitzen zu können.
Am Nebentisch unterhält sich eine Gruppe gebräunter deutscher Urlauber lautstark über belanglose Dinge. Sie wirken, als kämen sie jedes Jahr hierher, oder vielleicht sind sie bereits seit zehn Jahren hier. Ihre Biergläser leeren sich in erstaunlich synchronem Tempo.
Im Mini-Mercado des Resorts nebenan kaufen wir Wasser und Wraps. Vor dem Laden sitzt eine schwarz-weiße Katze, die meine angebotenen Leckerlis gierig verschlingt.
Am späten Nachmittag brechen wir schließlich auf. Wir wollen so viele Kilometer wie möglich aus dem Weg räumen, sodass wir morgen nur noch ein wenig Wüste übrig haben.
Ein kurzer Anstieg führt uns aus dem Ort hinaus. Hinter uns liegt die Küste. Die Brandung bricht in weißen Linien gegen die dunklen Felsen, während sich das kleine Dorf mit seinen hellen Häusern in die trockene Landschaft duckt. Vor uns beginnt die weite Wanderdünenlandschaft von El Jable. Vor fünf bis zwei Millionen Jahren zog sich das Meer zurück und Wind trocknete und bewegte den Sand ins Inselinnere, woraus dieses bemerkenswerte Wüstengebiet entstand.
Der Boden wird sandig, teilweise ist das Vorankommen mühsam. Dünen ziehen sich durch die Landschaft, dazwischen niedrige Büsche und vereinzelte Pflanzen. Wüstenhyazinthen mit leuchtend gelben Blüten, die wie kleine Farbtupfer aus dem Sand ragen.
Überall sehen wir Spuren im Sand – von Reifen, Menschen und Vögeln. Manche Abdrücke sind frisch, andere vom Wind bereits halb verweht. Das Rauschen der Brandung begleitet uns, obwohl wir das Meer selbst kaum sehen können. Manchmal laufen wir einfach neben dem eigentlichen Trail, weil der Sand dort fester ist. Muschelreste knirschen unter unseren Schuhen.
Und dann beginnt wieder dieses besondere Schauspiel, das Wüsten so gut können: der Sonnenuntergang. Die Sonne verschwindet zunächst hinter einem Wolkenband, nur um kurz darauf noch einmal darunter hervorzukommen – ein riesiger, glühender Feuerball über dem Atlantik. Dann versinkt sie endgültig im Meer.
Wir laufen noch ein wenig weiter durch die stillen Dünen, während sich hinter uns der Himmel purpurrot färbt und vor uns in sanften Pfirsichtönen leuchtet.
Heute bauen wir nur das Innenzelt auf. Der Sand hält die Heringe überraschend gut. Zum Abendessen gibt es cold-soaked Reis und Bohnen in Wraps. Ryan zeigt mir die richtige Technik, wie man sie rollt. Offenbar habe ich das mein ganzes Leben lang falsch gemacht. Seine Methode hält den Inhalt zuverlässig im Wrap.
Über uns spannt sich ein unglaublicher Sternenhimmel. Immer wieder ziehen Sternschnuppen über den Himmel. Und im Hintergrund hören wir die ganze Nacht das Brausen der Brandung.
GR 131 Tag 9 – Vom Wüstensand ans Meer
Wüste El Jable bis Morro Jable: 20,8 km / 180 hm / 4,25 h
Der Morgenhimmel ist grau und schwer, aber für den letzten Abschnitt durch die Sandlandschaft genau richtig. Die Dünen wirken unter dem diffusen Licht fast farblos, nur vereinzelte dunkle Sträucher setzen Punkte in der weiten Ebene.
Überall krabbeln Sandasseln herum. Auf dem Boden, auf dem Innenzelt, sogar auf unseren Rucksäcken. Wie in einem Albtraum. Als ich glaube, sie alle abgeklopft zu haben und meinen Rucksack schultere, fällt eine weitere Assel herunter in den Sand, begleitet von einem schrillen Aufschrei meinerseits.
Kurz darauf erreichen wir die Straße und damit das Ende dieses Wüstenabschnitts. Durch ein trockenes Flussbett wandern wir weiter Richtung Meer. Die Luft riecht plötzlich salziger, und bald taucht der Atlantik vor uns auf – weit und ruhig unter grauem Himmel.
Wir nehmen zwei PUDs – pointless ups and downs – auf die Steilküste mit. Von oben sehen wir die breite Sandbucht mit ihren flachen Wasserarmen, die sich wie kleine Flüsse zum Meer schlängeln. Dann beschließen wir, einfach dem Strand zu folgen. Direkt an der Wasserlinie, wo der Sand fest ist. Anfangs ist es noch ruhig. Der Strand ist weit und leer, nur das Rauschen der Brandung begleitet uns. Doch je weiter wir nach Süden kommen, desto mehr Resorts und Strandbesucher tauchen auf. Liegestühle, Sonnenschirme, Menschen in Bikinis und Sommerkleidern.
Die Sonne bricht durch die Wolken und es wird schnell heiß. Wir schwitzen und fühlen uns mit unseren staubigen Rucksäcken und muffeliger Wanderkleidung etwas fehl am Platz zwischen all den Urlaubern.
Etwa fünf Kilometer vor unserem Ziel Morro Jable, wo heute Nacht eine Unterkunft und eine dringend benötigte Dusche auf uns warten, lassen wir uns in den Sand fallen und stürzen uns zur Abkühlung in die Wellen.
Beim Weitergehen fühlen wir uns für etwa 10 Minuten besser, bis wir wieder anfangen zu schwitzen. Wir erreichen eine Salzwiese, ein kleines Naturschutzgebiet und Vogelparadies. Doch mitten am Tag zeigt sich hier nicht viel Leben. Außer ein paar Möwen ist kaum ein Vogel zu sehen.
Wir laufen am Rand der Salzwiese weiter durch den Sand. Eine schlechte Entscheidung. Die Promenade wäre deutlich einfacher gewesen. Nicht nur weil es einfacher ist, als im Sand zu laufen, sondern auch weil zwei Abflüsse aus ihr quer über den Strand laufen. Statt einen Umweg zu machen oder die Schuhe auszuziehen, klettern wir einfach am Zaun entlang über sie hinweg.
Schließlich erreichen wir den Leuchtturm von Morro Jable. Von hier führt ein trockener Weg hinauf zur Promenade. Eidechsen flitzen vor uns davon, und zwischen den Steinen huschen Streifenhörnchen umher. Kurz darauf passieren wir ein vollständiges Pottwalskelett, das hier ausgestellt ist. Die riesige Wirbelsäule spannt sich wie eine Brücke über eine Bank – ein unerwarteter Anblick mitten zwischen Palmen und Hotels.
Nun folgen wir der Promenade. Palmen werfen immer mal wieder Schatten auf den Weg, die sich wie kurze Aufenthalte in einem klimatisierten Raum anfühlen.
In einem Supermarkt kaufen wir Clipper, Salat und bereiten uns ein Sandwich zu, um unseren Hunger zu Leibe zu rücken und nirgendwo einkehren zu müssen, um überteuertes, mittelmäßiges Essen serviert zu bekommen.
Danach marschieren wir weiter zu unserer Unterkunft am höher gelegenen Ende der Stadt, während die Sonne unsere Gehirne langsam wie Spiegeleier brät. Jeder Schattenfleck ist eine Wohltat. Ich beschließe, dass wir morgen besser früh starten sollten. Der letzte Abschnitt entlang der Küste zum Leuchtturm von Jandía wird in der Mittagshitze sicher kein Vergnügen.
In der Unterkunft werfen wir endlich die dreckige, verschwitzte Kleidung von uns und genießen die ersehnte Dusche. Ryan hat nichts zum Anziehen außer Regenkleidung, die bei diesem Wetter ungefähr so angenehm ist wie ein Plastiksack. Also opfere ich mich, zum örtlichen Waschsalon zu gehen und unsere stinkende Wäsche zu waschen.
Ich habe immerhin noch eine halbwegs saubere Leggings und ein Paar Socken. Mein Shirt werde ich später einfach per Hand auswaschen. Der übliche Thru-Hiker-Laundry-Dance.
Am Abend finden wir ein richtig gutes Tapas-Restaurant in der Nähe. Papas arrugadas (Runzelkartoffeln) mit Mojo (würzige Soße), Kroketten, Albóndigas (Fleischbällchen) und unser Favorit: Carne cochino, mariniertes Schweinefleisch. Nach einem Tag voller Sand, Sonne und Meer schmeckt alles doppelt so gut.
GR 131 Tag 10 – Zum Leuchtturm von Jandía
Morro Jable bis Faro Jandía: 19,8 km / 610 hm / 4,25 h
Es ist noch dunkel, als wir uns kurz vor sieben Uhr auf den Weg machen. Die letzte Etappe auf Fuerteventura. Heute sind wir ohne große Rucksäcke unterwegs – ein Slackpack. Da die Fähre zur nächsten Insel von Morro Jable fährt, müssen wir ohnehin wieder dorthin zurück.
In der Ferne blinkt das Licht des Leuchtturms, unseres Ziels. Zwanzig Kilometer entfernt, aber klar sichtbar in der Dunkelheit. Es gibt nur zwei Busse am Tag von dort zurück nach Morro Jable. Unser Plan ist, den um 12:15 Uhr zu erwischen, um rechtzeitig die Fähre um 16 Uhr nach Gran Canaria zu erreichen.
Die ersten 15 Minuten laufen wir im Licht unserer Stirnlampen. In ihrem Lichtkegel erscheint der schmale Pfad wie eine kleine Insel in der Dunkelheit. Alles außerhalb davon bleibt schwarz.
Der Pfad verläuft zunächst eben oberhalb der Küste. Links fällt der Hang steil ab. Im Schein der Stirnlampe setze ich meine Schritte lieber vorsichtig. Wir folgen eine Zeit lang einem Wasserrohr, bevor wir eine Straße erreichen und überqueren. Danach führt der Trail in sanftem Auf und Ab durch dunkles Lavagestein. Immer wieder kreuzen wir trockene Flussbetten.
Dann wird es langsam hell genug, und kurz darauf geht die Sonne auf. Rechts von uns ragen die Berge der Jandía-Halbinsel auf. Manche Hänge sind grün, andere rötlich, wieder andere dunkelbraun und von Felsfalten durchzogen, die wie alte Narben wirken. Um uns herum liegt schwarz-rotes Lavagestein, dazwischen kleine grüne Pflanzen und die vertrauten violetten Blumen.
Zwischen den Steinen wachsen auch einige interessant aussehende, kaktusähnliche Pflanzen: Cardón de Jandía. Diese seltene Pflanze wächst nur an wenigen Stellen auf der Jandía-Halbinsel und nirgendwo sonst auf der Welt. Tatsächlich handelt es sich um einen Wolfsmilchstrauch mit sukkulenten, dornenbewehrten Trieben, der bis zu 80 cm hoch werden kann.
Dann erreichen wir wieder die Küste und folgen dieser bis ganz ans Ende der Insel. Große Wellen rollen auf die Strände zu, und ein paar Surfer nutzen die guten Bedingungen. Dazwischen liegen lange, einsame Buchten. Ruhe – nur Salz, Wind und Sonne.
Der Weg führt hier ständig über kleine Hügel entlang der Küste – kurze Anstiege, kurze Abstiege. Eigentlich nichts Dramatisches, aber sie summieren sich und kosten mehr Zeit, als ich erwartet hatte. Einige umgehen wir, indem wir direkt über die felsigen Strände laufen.
Seit 15 Kilometern sehen wir eine einzelne Windturbine, die wir jetzt erreichen. Vermutlich reicht sie aus, um die wenigen Häuser im kleinen Ort Puertito de la Cruz mit Strom zu versorgen. Von hier sind es zum Leuchtturm nur noch anderthalb Kilometer.
Ein Reiher fliegt vor uns und landet im Feld neben uns. Als wir näher kommen, hebt er wieder ab, zieht eine elegante Schleife durch die Luft und segelt noch einmal über uns hinweg.
Um 11:45 Uhr erreichen wir schließlich den Faro de Jandía. Genau rechtzeitig, was uns genug Zeit gibt, das Ende des GR 131 auf Fuerteventura mit Clipper und einem Sandwich zu zelebrieren.
Eine Busfahrt mit Aussicht
Die Rückfahrt wird abenteuerlicher als gedacht. Der Bus fährt nicht einfach direkt zurück nach Morro Jable. Stattdessen führt die Route zunächst über die holprige Dirt Road, dann über einen Pass auf die andere Seite der Halbinsel hinunter zum Strand von Cofete – und anschließend wieder zurück, bevor es nach Morro Jable geht. Daher dauert die Fahrt anderthalb Stunden.
Der Busfahrer fährt mit beeindruckendem Selbstvertrauen und bei einer Geschwindigkeit, dass mir angesichts des steilen Abgrunds neben der Straße leicht schwindelig wird. Immerhin haben wir grandiose Ausblicke auf die Küste tief unter uns, eine endlose Linie aus Strand und Brandung.
Als wir schließlich wieder Asphalt erreichen, geht ein deutlich hörbares kollektives Aufatmen durch den Bus.

Abschied von Fuerteventura
Zurück in Morro Jable holen wir unser Gepäck aus der Unterkunft ab, essen noch eine Kleinigkeit und gehen dann zum Hafen.
Wie erwartet wird auch die Fähre heute keine ruhige Fahrt. Der Wind ist stark, und das Schiff schaukelt ordentlich. Zuerst sitzen wir ganz vorn, doch Ryan sieht bald etwas blass aus. Also wechseln wir weiter nach hinten, wo die Bewegungen etwas weniger heftig sind.
Zwei Stunden später erreichen wir Las Palmas auf Gran Canaria.
Die nächste Insel wartet schon.

Herausforderungen & Höhepunkte des GR 131 auf Fuerteventura
Herausforderungen: Erkältung, horizontaler Regen und starker Wind.
Höhepunkte: Isla de Lobos, der Vulkankrater Calderón Hondo, die Gratwanderung hinter Pájara, die Wanderdünenlandschaft El Jable und die morgendliche Wanderung zum Faro Jandia.
Lektion: Die Etappen wirken auf der Karte oft harmlos, aber Wind, Sonne und die offene Landschaft machen sie anstrengender als erwartet.
Kurzinfo GR 131 auf Fuerteventura
Dauer: 6 bis 8 Tage
Distanz: 164 km
Ausgangspunkt: Corralejo, Fuerteventura
Endpunkt: Faro de Jandia, Fuerteventura
Gesamtanstieg: 3.610 hm
Schwierigkeit: einfach




















































































































