Heute haben wir uns den Klettersteig auf die Westliche Karwendelspitze sowie den Mittenwalder Höhenweg, der ebenfalls mit einfachen Klettersteigstellen aufwartet, vorgenommen.
Mit etwas Verspätung durch einen die Straße nach Garmisch-Partenkirchen blockierenden Unfall kommen wir an der Karwendelbahn in Mittenwald an. So langsam schäme ich mich ein bisschen, dass ich schon wieder mit der Karwendelbahn hier rauf fahre, jedoch würde die geplante Tour mit Aufstieg zu lang werden. Alleine der Mittenwalder Höhenweg wird mit 7 Stunden angegeben und soll eine der schönsten Touren in den Alpen sein.
Westliche Karwendelspitze
Oben angekommen gehen wir zuerst zum Karwendelklettersteig, der uns auf die Westliche Karwendelspitze (2.385m) führt. Im Oktober 2012 war ich bereits hier oben, jedoch über den normalen Weg. Der Klettersteig ist kurz, aber deutlich gehobener als der von letzter Woche auf die Pyramidenspitze – er wird mit B/C bewertet. Kurz nach dem Einstieg kommt schon der schwierigste Teil – eine Querung mit nur wenigen Tritten. Ich bin aufgrund von Unsicherheit ein wenig überfordert, aber meistere mit ein bisschen Hilfe auch das. Dadurch dass der glatte Fels nicht überall Haftung verspricht und ich das Vertrauen in die Sache noch nicht recht gefunden habe, ist das noch etwas schwierig für mich. Gut, dass es sich hier nur um eine kurze Stelle handelt, meine Arme wären sonst echt sehr lahm geworden :)
Der Rest des Steigs ist einfach und wir stehen nach etwa 45 Minuten auf der Westlichen Karwendelspitze. Genießen des Ausblicks am Gipfel und gehen dann wieder über den normalen Weg nach unten zur Nördlichen Linderspitze (2.372m).
Mittenwalder Höhenweg
Hier beginnt der schöne Mittenwalder Höhenweg, eine lange Gratüberschreitung entlang der deutsch-österreichischen Grenze. Über die Südliche Linderspitze (2.304m) geht’s hier los. Im steten Auf und Ab folgt man dem luftigen Gratverlauf und über den ausgesetzten Steig am Fels entlang, immer wieder mit Leitern und Drahtseil gesichert. Ein Klettersteigset ist hier überflüssig, der Steig ist mit A/B kategorisiert und bei Schwindelfreiheit und Trittsicherheit ohne Sicherung gut zu gehen. Über Sulzleklammspitze (2.323m) und Kirchlspitze (2.302m) geht es dann hinunter zum Sattel zwischen Brunnensteinspitze und Kirchlspitze. Immer wieder eröffnen sich fantastische Ausblicke auf die umliegende Bergwelt, steile Abgründe, Mittenwald, immer wieder begleitet von den neugierigen Alpendohlen.
Abstieg im Regen
Man könnte hier noch fix zur Brunnensteinspitze aufsteigen, die ersten Regentropfen halten uns jedoch leider davon ab. Durch Latschen und Geröllfelder geht es hier nun in steilen Serpentinen bergab zur Brunnsteinhütte, wo wir uns eine Pause gönnen. Leider holt uns der Schauer hier nun schnell ein, sodass wir uns ins Innere der Hütte verziehen. Der Regen wird mal stärker, mal schwächer, und wir beschließen weiterzugehen, da es nicht danach aussieht, als würde der Regen alsbald aufhören.
Der erste Donner ist auch schon zu hören. Nicht unbedingt die beste Entscheidung. Der Regen wird stärker und wir sind schnell klitschnass, haben aber noch 1,5h Weg vor uns. Ich versuche trotz der unangenehmen Nässe guter Stimmung zu bleiben, fällt mir aber zunehmend schwerer. Wir gehen noch über eine schwingende Hängebrücke um dann wieder in Mittenwald herauszukommen. Von hier aus läuft man nur noch an Weiden vorbei zurück zur Bahnstation. Und kaum sind wir unten, hört der Regen auch auf. Nunja, war leider nicht zu ahnen. Am Auto ziehen wir uns ein paar trockene Sachen an und da es jetzt wieder recht schön wird, springen wir auch nochmal in den Walchensee.
FAKTEN ZUR TOUR
Bergtour Mittenwalder Höhenweg mit Westlicher Karwendelspitze (2.385m)
Gehzeit: 7h
Höhenmeter: 600hm
Ausgangspunkt: Bergstation der Karwendelbahn (2.243m)
Schwierigkeit: T2 – Bergwandern / B
Bergtour Wörner (2.476m)
Gehzeit: 5h Aufstieg, Abstieg 3,5h
Höhenmeter: 1.600hm
Ausgangspunkt: Parkplatz Seinsalm bei Mittenwald (890m)
Schwierigkeit: T5- Alpinwandern / I./II. GradMerken