Nach der Erfahrung im Nelson Lakes Nationalpark mussten wir aufgrund der weiterhin schlechten Wetteraussichten die Richmond Ranges leider ausfallen lassen. Wir überspringen den 87 Kilometer langen Abschnitt, bis wir in den niedrigeren Gefilden der Richmond Ranges wieder starten. Auf dem Pelorus River Track erwarten uns vor allem Wald und Regen.
Te Araroa Tag 56: Zurück zum Te Araroa – Hacket Carpark bis Browning Hut
9,4 km / 2,5 h / 395 hm
Wir frühstücken reichhaltig im Yellow Café in Nelson, besuchen den Samstagsmarkt und nehmen um 10 Uhr den Bus nach Richmond. Von hier sind es 4,6 Kilometer bis zur Abzweigung in das Aniseed Valley bis zum Start des Tracks, wir können aber bald ein Auto anhalten und werden vom Vanfahrer des Nelson College bis dahin mitgenommen. Es gibt hier zwar einen Fußweg, aber der Marsch am Highway durch Industriegebiet ist nicht besonders attraktiv.
An der Abzweigung laufen wir nur ein bis zwei Kilometer, bis uns das nächste Auto bis zum Hackett-Parkplatz mitnimmt. Allzu viel Verkehr herrscht auf der Straße nicht, aber ein paar Leute wohnen hier draußen. So auch unser Fahrer. Sein Sohn erzählt uns von ihren Rentieren. Im Sommer ist die Straße wohl gut befahren, also gute Hitching Chancen dann.
Wir starten am Parkplatz und gehen etwa eine Stunde am Fluss in mäßiger Steigung entlang, bis wir wieder auf den Te Araroa stoßen. Gegen 14 Uhr sind wir an der Browning Hut, wo ein steilerer Pfad uns hinführt. Die nächste Etappe ist jedoch womöglich zu lang, um vor der Dunkelheit die Hütte zu erreichen, also bleiben wir nach diesem kurzen Tag in der Browning Hut.
Te Araroa Tag 57: Die letzte Hütte – Browning Hut bis Captains Creek Hut
21,4 km / 7,25 h / 914 hm
Kalt ist es wieder am Morgen, aber beim Laufen wird’s schnell warm. Vor allem da nun ein Aufstieg vor uns liegt. Wir schnaufen durch den Wald, dessen Wege steinig und mit Wurzeln überzogen sind, auf den Totara Sattel, wo offene Tussockflächen uns Blicke zur Küste und in die Richmond Ranges erwarten. Offenbar ist der Schnee gut zurückgewichen.
Wir tauchen wieder in den Wald ab, wo wir uns durch zahlreiche umgestürzte Bäume bis zur Rocks Hut hinunterkämpfen. Hier muss vor einiger Zeit mal ein furchtbarer Sturm gewütet haben. Es liegen Bäume kreuz und quer und durcheinander. Dabei sind Bäume, die einen Umfang von mehreren Metern hatten. Hier machen wir eine Mittagspause mit dem guten Brot, das wir auf dem Markt in Nelson gekauft haben.
Auch der weitere Abstieg ist wüst und scheint eine halbe Ewigkeit zu dauern. An der Middy Creek Hut machen wir noch eine Pause, bis es weiter hinabgeht bis zur Captains Creek Hut. Unsere Füße sind platt und müde. Diese Hütte ist die letzte auf der Südinsel und wir haben sie ganz für uns. Erst mal machen wir ein Nickerchen. Wir machen ein Feuer im Ofen und essen. In der Nacht regnet es wie aus Kübeln.
Te Araroa Tag 58: Raus aus dem Wald – Captains Creek Hut bis Pelorus Bridge
22 km / 6 h / 595 hm
Der gestern noch so grün schimmernde Pelorus River ist heute matschbraun und ergießt sich in reißenden Fluten vom Regen der Nacht. Die ersten zwei Stunden sind hart, denn der Waldboden ist rutschig und wehrt sich mit allen Mitteln gegen das Begehen: umgestürzte Bäume, Steine, Wurzeln, reißende Bäche und alles schön rutschig, sodass ich einige Male ausrutsche.
Nach diesem scheinbar endlosen Auf und Ab, teilweise hoch über dem Fluss, wird es endlich einfacher, der Weg breiter, aufgeräumter und flacher. So erreichen wir nach einer weiteren Stunde die Schotterstraße. Hier beginnt es allerdings zu regnen und wir marschieren lustlos im Regen an der Straße entlang.
Tatsächlich dauert der Schauer aber gar nicht lange und die Sonne scheint plötzlich wieder, als wäre nie was gewesen. Im Nu ist der Himmel blau und keine Wolke mehr zu sehen. Aprilwetter, scheinbar überall launisch. Wir machen Mittagspause und essen den Rest des Brots auf.
Die Straße führt uns an Farmgelände mit Schafen, Kühen und sogar Alpakas vorbei. Je weiter wir vorankommen, desto bewohnter wird die Gegend auch und es kommen mehr Fahrzeuge an uns vorbei. Schließlich geht die Straße in Teer über, was es unangenehmer macht, zu laufen. Nach drei Stunden haben wir es aber geschafft und erreichen die Brücke und nach ihr das Pelorus Bridge Café – kurz bevor es schließt. So können wir noch Cola, Kuchen und Quiche ergattern. Wir beziehen den Zeltplatz am Fluss, der leider noch immer braun ist.
Te Araroa Tag 59: Zurück in die Zivilisation – Pelorus Bridge to Havelock
7,8 km / 29 hm
Wir gehen zurück zur Brücke und tauchen dann für die ersten Kilometer in den Wald ein. Das Wetter heute ist trüb und es nieselt ein wenig, als wir losgehen. Als wir aber das offene Farmgelände erreichen, fängt es richtig an. Dazu führt uns der Weg immer wieder durch Pfützen, Matsch und Sumpf, was auch noch nasse Füße bereitet. Als wir die Brücke erreichen, beschließen wir, diese zu nutzen, um zum Highway zu gehen und per Hitchhike nach Havelock zu fahren. Das Wetter verspricht keine Besserung und der weitere Weg würde nur über Schotterstraße und ein Stück Highway bis Havelock führen.
Nach einer Weile hält auch eine Frau mit zwei Kindern und Hund an, die uns mitnimmt. Der Hund ist freundlich, aber sehr aufdringlich, und leckt uns immer mal vom Kofferraum aus ab oder stößt uns mit der Schnauze an. Der Regen wird stärker, dazu kommt Wind – also eine gute Entscheidung, zu fahren.
Wir kehren im Rutherford Backpacker ein, dessen dünne Wände vom Wind ächzen. Als es besser wird, gehen wir in den Pub und essen Burger. Später, als die Sonne wieder scheint, schauen wir uns den Hafen an und gehen einkaufen. Viel brauchen wir nicht, da wir noch genug Vorräte haben, aber wir kaufen vor allem für’s Abendessen ein, bei dem es Bratkartoffeln gibt – nom nom. Frische Kartoffeln gehören immer zu den Dingen, die ich am meisten als Grundnahrungsmittel vermisse, da ich ein großer Kartoffelliebhaber bin.
Wir planen die nächsten Tage, die auch die letzten auf der Südinsel sein werden. In der iSite besorgen wir uns Queen Charlotte Track Tickets und organisieren die Abholung vom Wassertaxi am Ende des Tracks, das uns nach Picton bringen soll. So haben wir nun einen festen Zeitplan und buchen auch die Fähre nach Wellington.
Noch 4,5 Tage Südinsel also. Wir beschließen, auch morgen bis nach Anakiwa, dem Start des Queen Charlotte Tracks, zu hitchen, um uns das leidige Roadwalking zu sparen. Somit ist für die nächsten Tage alles organisiert – ein ungewöhnliches Gefühl.
Hier geht’s zum nächsten Te Araroa Abschnitt: Havelock bis Ship Cove
Te Araroa 14: Queen Charlotte Track – Havelock bis Ship Cove






























