Der GR 131 verbindet die Kanarischen Inseln zu einer ungewöhnlichen Fernwanderung mitten im Atlantik. Auf rund 560 Kilometern führt der Weg über Lanzarote, Isla de Lobos, Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera, La Palma und El Hierro durch Lavafelder, Wüstenlandschaften, tiefe Barrancos und vulkanische Hochgebirge über 2.000 Meter.
In diesem Artikel findet ihr einen Überblick über den GR 131 auf den Kanarischen Inseln – mit allen wichtigen Informationen zu Strecke, Schwierigkeit, Transport zwischen den Inseln, Versorgung und Kosten.
Inhaltsverzeichnis
ToggleKurzinfo zum GR 131
Distanz: 560 km
Dauer: 22 – 35 Tage
Höhenmeter: ca. 20.000–22.000 hm (laut Cicerone 20.460 hm, mit Varianten auch mehr)
Beginn/Ende: Órzola, Lanzarote/Embarcadero de Orchilla, El Hierro
Land: Spanien
Beste Zeit: Herbst bis Frühling
Schwierigkeit: Leicht (bis T2)
Für wen ist der GR 131 geeignet?
Der GR 131 eignet sich besonders für Wanderer, die:
- eine abwechslungsreiche Fernwanderung suchen
- auch mit Logistik (Fähren, Busse) umgehen können
- mit Hitze, Sonne und Wasserknappheit klarkommen
Weniger geeignet ist der Trail für alle, die:
- eine durchgehende, abgeschiedene Route ohne Unterbrechungen suchen
- stark auf natürliches Wasser angewiesen sind
Viele Wanderer gehen den GR 131 nicht am Stück, sondern als Section Hike über ein oder zwei Inseln, was die Planung deutlich vereinfacht.
Schwierigkeit
Der GR 131 insgesamt auf den Kanaren bewegt sich fast immer zwischen T1 und T2.
Die technische Schwierigkeit des Geländes (also Wegbeschaffenheit, Orientierung, Exposition) ist einfach. Meist breite Wege, Pisten oder gut erkennbare Trails, keine Kletterstellen, keine ausgesetzten Passagen, Orientierung meist unkompliziert.
Die tatsächliche Herausforderung entsteht eher durch Hitze und Sonne, lange Anstiege, Höhenmeter, Wasserknappheit und die Logistik zwischen den Inseln.
Navigation
Der GR 131 ist auf den Kanarischen Inseln meist gut markiert. Wie bei allen spanischen GR-Wegen erfolgt die Markierung mit roten und weißen Streifen auf Steinen, Pfosten oder Mauern.
Trotzdem ist es sinnvoll, eine GPX-Datei auf dem Smartphone oder GPS-Gerät dabei zu haben, da Markierungen teilweise fehlen oder durch Lava und Erosion verschwunden sind.
Ich empfehle den Wanderführer „Trekking in the Canary Islands: The GR131 island-hopping route“ von Paddy Dillon (Cicerone), den es auch als E-Book gibt und der GPX-Tracks zur Verfügung stellt.

An- und Abreise
Mit dem Flugzeug von Deutschland nach Lanzarote (von München 4,5 Stunden).
Zurück von El Hierro mit der Fähre oder dem Flugzeug nach Teneriffa oder Gran Canaria. Von dort mit dem Flugzeug nach Deutschland.
Wer auf das Flugzeug verzichten möchte, kann mit dem Zug über Paris oder Barcelona nach Cádiz oder Huelva (24-30 Stunden) fahren und dort die Fähre zu den Kanarischen Inseln (am besten Gran Canaria) und zurück nehmen (30-36 Stunden).
Für Section Hikes: Internationale Flughäfen befinden sich auf Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria und Teneriffa.
Routenübersicht
Die Kanarischen Inseln bestehen aus sieben subtropischen Inseln mit ganzjährig mildem Klima und einer außergewöhnlichen landschaftlichen Vielfalt – von zerklüfteten Küsten und Sandstränden über trockene Vulkanlandschaften bis zu dichten Kiefernwäldern und mystischen Lorbeerwäldern.
Der GR 131 wird in der Regel von Ost nach West begangen – beginnend auf dem kargen Lanzarote und endend auf El Hierro, dem westlichsten Punkt des Archipels.
Unterwegs wechseln sich die Landschaften stark ab: von wüstenartigen Ebenen auf Fuerteventura über bewaldete Gebirge auf Gran Canaria und Teneriffa bis zu Nebelwäldern auf La Gomera und den vulkanischen Höhenzügen La Palmas. Der Weg endet schließlich auf El Hierro an einem Ort, der früher als das „Ende der Welt“ galt.

Lanzarote (73 km / 1.570 hm)
Der GR 131 startet im Norden in Órzola und führt durch die karge Vulkanlandschaft Lanzarotes bis in den Süden nach Playa Blanca. Die Route verläuft meist über breite Wege, Pisten und durch offene Lavafelder, mit wenig Schatten und oft starkem Wind. Landschaftlich prägen schwarze Lava, helle Ascheflächen und vereinzelte grüne Vulkanhügel das Bild. Technisch ist dies die einfachste Etappe des GR 131.
Schwierigkeit: T1 – Wandern
Höhepunkte: Die Vulkanlandschaft rund um die Montaña Blanca mit ihren grünen Kegeln und gelben Blütenteppichen.
Mögliche Side Quest: Montaña de Guardilama mit Panorama über Lanzarote.
→ Zum Wanderbericht GR 131: Lanzarote
Fuerteventura inkl. Isla de Lobos (164 km / 3.610 hm)
Der GR 131 über Fuerteventura führt durch eine erstaunlich vielfältige Landschaft. Beginnend mit der Vulkaninsel Isla de Lobos, verläuft er durch Vulkankrater, über windige Bergkämme, durch die wandernden Dünen von El Jable. Am Ende wartet die raue Atlantikküste, wo der Leuchtturm von Jandía den Abschluss der Insel markiert.
Der Weg verläuft über viele Dirt Roads, einfache Bergpfade und teilweise steinige Pfade. Dadurch ist er insgesamt technisch sehr einfach.
Schwierigkeit: T1 – T2
Höhepunkte: Isla de Lobos, der Vulkankrater Calderón Hondo, die Gratwanderung hinter Pájara, die Wanderdünenlandschaft El Jable und die Küstenwanderung zum Faro Jandia.
→ Zum Wanderbericht GR 131: Fuerteventura
Gran Canaria (74 km / 3.250 hm)
Der GR 131 verläuft durch eine abwechslungsreiche Landschaft: tiefe Barrancos, steile Felswände, Pinienwälder und interessante Felsformationen.
Schwierigkeit: T1 – T2
Höhepunkte: Das Hochplateau im Inselinneren mit Blick auf Roque Nublo und Roque Bentayga, der Blick auf Teide über dem Wolkenmeer und der Abstieg durch grüne Berghänge hinunter in die entspannte Küstenstadt Agaete.
Mögliche Side Quest: Ventana del Nublo
→ Zum Wanderbericht GR 131: Gran Canaria
Teneriffa (101 km / 3.830 hm)
Die Durchquerung des Teide-Nationalparks führt durch riesige Lavafelder und Hochplateaus auf über 2.000 m Höhe. Der Vulkan Pico del Teide dominiert die Landschaft und vermittelt stellenweise eher das Gefühl, auf einem anderen Planeten zu wandern.
Schwierigkeit: T1 – T2
Höhepunkte: Der Teide Nationalpark und der aussichtsreiche Abstieg nach Arona.
Mögliche Side Quest: Gipfel von El Teide (T3)
Permits für Teide: Für die Besteigung des Teide sind folgende Permits nötig, die man ab 28 Tagen im Voraus reservieren kann.
Weg zum Gipfel vom GR 131: PNT 07 Montaña Blanca – La Rambleta
Gipfel: PNT 10 Telesforo Bravo
Abstieg: PNT 09 Teide – Pico Viejo – Mirador de Las Narices del Teide & PNT 23 Los Regatones Negros
→ Zum Wanderbericht GR 131: Teneriffa
La Gomera (45,5 km / 2.380 hm)
Der GR 131 führt durch den uralten Lorbeerwald des Garajonay-Nationalparks. Moosbewachsene Bäume, tiefe Schluchten und alte gepflasterte Caminos geben dieser Insel eine ganz besondere Atmosphäre.
Schwierigkeit: T1 – T2
Höhepunkte: Der mystische Laurisilva-Wald, die dramatischen grünen Barrancos und die außergewöhnliche Ruhe der Insel.
Mögliche Side Quests: Küstenrundweg GR 132
→ Zum Wanderbericht GR 131: La Gomera
La Palma (69,5 km / 4.140 hm)
Der GR 131 folgt über lange Strecken dem Vulkanrücken der Cumbre Vieja, mit Blicken auf beide Meerseiten. Die Landschaft ist karg, schwarz und dramatisch, und bei klarem Wetter sieht man mehrere Nachbarinseln gleichzeitig. Der Weg verläuft hier fast durchgehend auf schmalen Bergpfaden.
Schwierigkeit: T2
Höhepunkte: Ruta de los Volcanes von Fuencaliente nach El Pilar, Gratwanderung zum Roque de los Muchachos
→ Zum Wanderbericht GR 131: La Palma
El Hierro (40 km / 1.680 hm)
El Hierro ist ruhiger und sehr ursprünglich, mit wenig Infrastruktur, dafür mehr Wind, mehr Wetter und mehr Eigenverantwortung. Der GR 131 führt hier über windgepeitschte Höhenzüge, durch Nebel und weite Landschaften – bis ganz ans Ende Spaniens.
Schwierigkeit: T1 – T2
Höhepunkte: Laurisilva-Wald und das Ende des GR 131 am Faro de Orchilla

Transport zwischen den Inseln
Im Gegensatz zu vielen klassischen Thru-Hikes, die kontinuierlich von A nach B verlaufen, ist der GR 131 durch die Aufteilung auf mehrere Inseln etwas komplexer zu planen. Die einzelnen Inseln bilden gewissermaßen natürliche Etappen der Route. Nach meist nur wenigen Wandertagen erreicht man einen Hafen und setzt mit der Fähre zur nächsten Insel über.
Teilweise sind zusätzlich Busfahrten nötig, wenn der GR 131 nicht direkt am Hafen beginnt oder endet. Dadurch hängen Etappenplanung und durchschnittliche Tageskilometer oft auch von den Fähr- und Busfahrplänen ab.
Folgende Fährgesellschaften verkehren zwischen den Kanarischen Inseln:
fredolsen.es (Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera, La Palma, El Hierro)
navieraarmas.com (Lanzarote, Fuerteventura, Teneriffa, La Gomera, La Palma, El Hierro)
lineasromero.com (Lanzarote/Fuerteventura)
Die Busfahrten können überwiegend direkt im Bus per Karte bezahlt werden, nur vereinzelt läuft es über Barzahlung. Die Fähren können online oder vor Ort gebucht werden.
Lanzarote
Bus zum Startpunkt:
Bus 162 D vom Flughafen nach Arrecife (12 min), Bus 9 nach Órzola (50 min)
Fähre: Playa Blanca (Lanzarote) → Corralejo (Fuerteventura)
Viele tägliche Abfahrten, direkt vom Ende des GR 131 in Playa Blanca (ca. 30 Minuten), 20-33 Euro
Fuerteventura
Fähre Islote de Lobos:
17 Euro, unterschiedliche Zeiten je nach Fährunternehmen (20 min), z. B. hin 10/11/13 Uhr, zurück 14:20/17 Uhr mit Nortour
Bus vom Endpunkt zur Fähre nach Gran Canaria:
Bus 111 von Punta de Jandía zurück nach Morro Jable // nur zwei Abfahrten täglich um 12:15 und 16:15 Uhr (1,5 h)
Fähre: Morro Jable (Fuerteventura) → Las Palmas (Gran Canaria)
Täglich ca. drei Fähren von Morro Jable (2 h), ca. 60 Euro
Gran Canaria
Bus zum Startpunkt:
Bus 30 von Las Palmas nach Maspalomas (1:15 h)
Fähre: Puerto de Las Nieves (Gran Canaria) → Santa Cruz (Teneriffa)
Täglich 6-7 Fahrten (1:20 h), 50 Euro
Teneriffa
Bus zum Startpunkt:
Bus (15-20 min) oder Tram L1 (33 min) von Santa Cruz nach La Laguna, dann Bus 41 nach La Esperanza (11 min)
Bus vom Endpunkt zur Fähre nach La Gomera:
Bus 482 von Arona nach Los Cristianos (15 min)
Fähre: Los Cristianos (Teneriffa) → San Sebastián (La Gomera)
Täglich 3-4 Fahrten (ca. 1 h), ca. 45 Euro
La Gomera
Bus vom Endpunkt zur Fähre nach La Palma:
Hitch von Playa de Vallehermoso zurück nach Vallehermoso oder 3,2 km laufen, dann Bus 2 nach San Sebastián (1 h).
Alternativ den GR 132 zurück nach San Sebastián wandern (41 km).
Fähre: San Sebastián (La Gomera) → Santa Cruz (La Palma)
Direkte Fähre in 2 Stunden, täglich nur um 20 Uhr oder sonntags um 10:15 Uhr, 32 Euro oder zweimal am Tag mit 4 Stunden Zwischenstopp in Teneriffa, 55-65 Euro
La Palma
Bus zum Startpunkt: Bus 200 von Santa Cruz Hafen nach Fuencaliente (40 min), dann Bus 23 zum Faro Fuencaliente (34 min)
Bus vom Endpunkt zur Fähre nach El Hierro: Bus 27 oder 110 von Puerto de Tazacorte nach Los Llanos (20 min), dann Bus 300 nach Santa Cruz (40 min)
Fähre: Santa Cruz (La Palma) → Los Cristianos (Teneriffa) → Puerto de La Estaca (El Hierro)
Fähre nach Teneriffa (2:30 h), dann Fähre nach El Hierro (2:20 h)
Montags und samstags um 6:30 Uhr mit Fred Olsen mit kürzerem Aufenthalt auf Teneriffa, 93 Euro, sonst 6:30 Uhr (längerer Aufenthalt in Teneriffa zwischen 9 und 17 Uhr), 52 Euro
Alternativ Flug mit Binter Canarias nach Teneriffa (30 min), dann Flug nach El Hierro (40 min), 103 Euro, mehrere täglich
El Hierro
Zurück zum Hafen/Flughafen: Hitch nach La Frontera, dann Bus 3 nach Valverde (21 min), dann Bus 7 zum Hafen (8 min) oder Bus 10 zum Flughafen (11 min).

Resupply
Auf dem GR 131 gibt es zahlreiche Restaurants und kleine bis größere Ortschaften mit entweder Minimercados oder Supermärkten.
Größere Versorgungslücken gibt es eigentlich nur auf Teneriffa zwischen La Esperanza und Vilaflor (83 km, es gibt aber Restaurants), auf La Gomera zwischen San Sebastián und Chipude (27 km), auf La Palma zwischen Fuencaliente und Tazacorte (62,5 km) und auf El Hierro zwischen Valverde und Embarcadero de Orchilla (22 km plus Hitch nach Frontera, da es auch am Endpunkt nichts gibt).

Wasser
Natürliches Wasser ist auf den Kanarischen Inseln eher selten. Ich habe nur natürlich fließendes Wasser im Norden Gran Canarias gesehen. Es gibt einige Wasserhähne auf den Rastplätzen der Inseln Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera, La Palma und El Hierro, diese sind aber auch manchmal trocken. Daher ist man größtenteils auf Wasser in Ortschaften angewiesen. Öffentliche Wasserhähne habe ich auf Lanzarote und Fuerteventura fast gar nicht gesehen, da waren wir auf Unterkünfte oder Minimercados angewiesen.
Daher muss man oft mehrere Liter tragen, besonders auf Lanzarote, Fuerteventura und den Höhenzügen der anderen Inseln. Wir hatten im Februar/März 6 Liter für zwei Personen dabei.
Unterkünfte
Ortschaften: Es gibt zahlreiche Hostels, Hotels, Guesthouses und natürlich Resorts. Am besten bucht man ein paar Tage im Voraus, vor allem am Wochenende.
Wildzelten: Wildzelten ist offiziell nicht erlaubt, wird aber meist toleriert, wenn man spät aufbaut, früh abbaut und nach versteckten Plätzen sucht. LNT-Regeln zu befolgen, versteht sich von selbst. Cowboycamping erscheint oft als eine gute Option, allerdings kommen abends oft Mücken raus.
Sonstiges: Es gibt ein paar Backcountry-Zeltplätze, z. B. auf Gran Canaria oder La Palma, die Genehmigungen erfordern. Auf La Palma gibt es zudem eine Hütte auf dem GR 131, die man kostenfrei nutzen kann.

Wetter
Die einzige sinnvolle Wanderzeit für die Kanaren ist von Herbst bis Frühling. Im Sommer ist es viel zu heiß, da es auch oft nicht viel Schatten gibt. Im Winter kann es zu mehr Regenfällen führen, in den Bergen kann es sehr kalt werden und das Wetter auch schnell umschlagen, trotz Hitze 10 Minuten zuvor. Ansonsten ist es größtenteils warm und trocken.
Gelegentlich tritt der sogenannte Calima auf – heißer Wind aus der Sahara, der Staub und sehr hohe Temperaturen bringt. Wir hatten zweimal das Vergnügen mit dem Calima. Einmal war es sehr heftig und Wandern war mühsam mit dem Staubgehalt in der Luft, dazu war die Sicht sehr schlecht. Das zweite Mal war er nur leicht. Bei Gesundheitsproblemen also lieber aussitzen als weiterwandern.
Welche Insel ist landschaftlich am reizvollsten?
Wenn man viele Erfahrungsberichte von Thru-Hikern betrachtet, tauchen zwei Inseln immer wieder als Favoriten auf: La Palma und La Gomera.
Am Ende hängt die Antwort stark vom persönlichen Geschmack ab. Wer spektakuläre Berglandschaften bevorzugt, wird meist La Palma nennen. Wer ungewöhnliche oder mystische Landschaften mag, entscheidet sich oft für La Gomera.
Persönlich hat mir La Gomera am besten gefallen, dicht gefolgt von La Palma. Ich bevorzuge Ruhe und Einsamkeit, was auf den kleineren Inseln eher zu finden war.

Kosten
Wir haben insgesamt knapp 4.500 Euro für zwei Personen für unseren Thru-Hike des GR 131 ausgegeben, die sich folgendermaßen zusammensetzen:
- 793 Euro An- und Abreisekosten
- 637 Euro für Fähren
- 71 Euro für lokale Busfahrten
- 1.400 Euro für Unterkünfte
- 440 Euro Resupply
- 1.065 Euro Restaurants/Cafés
- 77 Euro für Sonstiges wie Waschsalons und Teide-Permits
Ohne An- und Abreisekosten sind das bei 37 Tagen (davon 30 Wandertagen) 50 Euro pro Tag und Person.
Geologie
Die Kanarischen Inseln sind vulkanischen Ursprungs und vergleichsweise jung. Die heute sichtbaren Inseln erhoben sich in den letzten rund 20 Millionen Jahren aus dem Atlantik.
Sie liegen in einer Linie von Osten nach Westen – von Lanzarote und Fuerteventura bis zu den jüngsten Inseln La Palma und El Hierro. Dabei zeigt sich ein klares Muster: Je weiter westlich, desto jünger und vulkanisch aktiver sind die Inseln.
Während Lanzarote und Fuerteventura bereits stark erodiert sind, befinden sich La Palma und El Hierro geologisch noch in ihrer Entstehungsphase. El Hierro ist mit etwa 1,1 Millionen Jahren die jüngste Insel des Archipels.
Die Entstehung der Kanaren wird heute am ehesten durch einen sogenannten Hot Spot im Erdmantel erklärt. Dabei steigt heißes Material aus großer Tiefe auf, durchbricht die ozeanische Kruste und bildet Vulkane.
Da sich die afrikanische Platte langsam bewegt, entstehen die Inseln nicht gleichzeitig, sondern nacheinander. So „wandert“ die vulkanische Aktivität im Laufe von Millionen Jahren von Osten nach Westen.
Für Wanderer wird diese geologische Entwicklung direkt sichtbar:
Auf Lanzarote und Fuerteventura dominieren weite, karge Lava- und Wüstenlandschaften, während die westlichen Inseln mit steilen Vulkanrücken, jungen Lavafeldern und deutlich dramatischerem Relief geprägt sind.

Flora & Fauna
Die Kanarischen Inseln sind geologisch jung und waren ursprünglich karge Vulkanlandschaften. Pflanzen und Tiere gelangten erst nach und nach auf die Inseln – etwa durch Wind, Meer oder als fliegende Arten wie Vögel und Insekten. Heute zeigt sich eine erstaunliche Vielfalt, die stark von Klima und Höhenlage abhängt.
Die Vegetation reicht von trockenen, wüstenartigen Landschaften mit Sukkulenten und Sträuchern bis zu dichten Kiefernwäldern und den seltenen Lorbeerwäldern („Laurisilva“), die vor allem auf La Gomera vorkommen. Viele Pflanzen sind endemisch und kommen nur auf den Kanaren vor.
Die Tierwelt ist geprägt von Vögeln, Reptilien und Insekten. Typisch sind verschiedene Echsenarten, Greifvögel wie Bussarde und Turmfalken sowie zahlreiche Singvögel. Größere einheimische Säugetiere gibt es kaum. Entlang der Küsten lassen sich mit etwas Glück auch Wale und Delfine beobachten.
Große Teile der Inseln stehen unter Naturschutz, und der GR 131 verläuft häufig durch Nationalparks und andere geschützte Gebiete.

Fazit
Der GR 131 gehört zu den abwechslungsreichsten Fernwanderwegen Europas. Auf 560 Kilometern durchquert man sieben sehr unterschiedliche Inseln – von Lavawüsten und Sandlandschaften über tiefe Schluchten bis zu vulkanischen Hochgebirgen über 2.000 Meter.
Was den GR 131 besonders macht, ist nicht nur die Landschaft, sondern die Struktur: Statt eines durchgehenden Trails wandert man von Insel zu Insel, mit regelmäßigen Übergängen per Fähre. Dadurch fühlt sich der Weg eher wie eine Abfolge einzelner Mini-Thruhikes an.
Technisch ist der Weg meist einfach, die eigentlichen Herausforderungen liegen eher in Hitze, Höhenmetern, Wasserknappheit und der Logistik zwischen den Inseln. Gleichzeitig machen genau diese Wechsel aus Landschaften, Klima und Kultur den besonderen Reiz der Route aus.
Wer eine lange Wanderung sucht, die sich deutlich von klassischen Alpen- oder Mittelgebirgstouren unterscheidet, findet im GR 131 einen ungewöhnlichen und sehr vielseitigen Thru-Hike mitten im Atlantik.


















