Die nächste Etappe nach Tekapo verheißt Abwechslung, denn wir sind mit dem Rad unterwegs. So bewältigen wir diesen eher langweiligen 93 Kilometer langen Abschnitt an zwei Tagen. Der Weg führt uns entlang des A2O (Alps to Ocean) Fahrradwegs mit wunderschönen Blicken auf Lake Ohau, Lake Pukaki und Mount Cook, bis wir stundenlang am Tekapo-Kanal nach Tekapo gelangen, wo wir die Hälfte unseres Wegs auf der Südinsel erreichen.
Te Araroa Tag 29: Am Lake Ohau entlang – Lake Ohau bis Twizel
38 km / 2,5 h / 132 hm mit dem Rad
Die ersten Kilometer radeln wir an der Straße, direkt am See entlang. Die Kilometer fliegen vorbei. Immer wieder faszinierend, wenn wir anders als zu Fuß unterwegs sind. Wir machen einen Stopp am Lake Middleton, der Campsite, wo wir letzte Nacht auch hätten schlafen können. Hot Pool war besser.
Wir radeln auf Schotterwegen des A2O weiter bis zum Ende des Lake Ohau. Teilweise ist es ziemlich eng und ich habe Angst vor Gegenverkehr, denn die Radler aus der Gegenrichtung rechnen nicht damit, dass aus dieser Richtung auch jemand kommen könnte. Später wird der Weg wieder breiter und wir treffen auf einige Radfahrer.
Wir radeln gemütlich am Ohau-Twizel-Kanal mit seinen Fischzuchten entlang, bis wir die Straße nach Twizel erreichen, kleiner Umweg inklusive. Wir gehen in das erstbeste Restaurant, essen Chips und Chicken Nuggets und dazu gibt’s einen Krug Cider. In der High Country Lodge im Zentrum haben wir zwei Betten gebucht, das einen Katzensprung zum 4Square liegt, weshalb wir die Fahrräder heute nicht mehr benötigen. Unser Gepäck wurde uns bequemerweise hierher geliefert. Wir beschäftigen uns den Rest des Tags mit Wäschewaschen und Eisessen, dann schlendern wir durch das überschaubare Zentrum. Trotzdem hat das kleine Twizel gleich zwei 4Squares und mehrere Campingläden, wo wir neue Heringe fürs Zelt kaufen. Abends kochen wir Bratkartoffelpfanne in der Küche. Mein Hintern tut mächtig weh, meine Knie auch.
Te Araroa Tag 30: Lake Pukaki und der lange Kanal – Twizel bis Tekapo
55 km / 4,5 h / 460 hm mit dem Rad
Heute tut mein Hintern immer noch weh. Zuerst radeln wir aus der Stadt raus und dann über die Pukaki Flats zum Lake Pukaki. Heute ist es weniger sonnig, weshalb die hohen Berge der Südalpen in den Wolken liegen, darunter auch der Mt Cook. Wir radeln am See entlang, immer mal wieder ansteigend, bis es steiler hinauf, weg vom See, zum Kanal, geht. Ich muss schieben, steile Stücke mit dem Fahrrad sind nichts für mich. Die weitere Straße ist gesperrt, womit wir auf die andere Seite des Kanals müssen, die nicht asphaltiert ist. Gegenwind bläst uns entgegen und der Schotter schüttelt uns ordentlich durch.
Dann geht es auf die andere Seite und asphaltiert weiter. Lange fahren wir am Tekapo-Kanal, immer nur geradeaus, mit viel Wind. Diesen ganzen Marsch hätten wir zu Fuß an einem Tag machen müssen, kilometerweit am Kanal entlang, da es zwischendurch keine Möglichkeit zu zelten gibt. 42 Kilometer vom Lake Pukaki nach Tekapo. Ich bin froh, dass wir die Fahrräder haben, denn schon mit ihnen ist es sehr eintönig. Die Landschaft ändert sich lange nicht, bis wir zu einem kleinen See gelangen. Hier fahren wir wieder aufwärts und dann wieder abwärts nach Lake Tekapo hinunter. Mittlerweile herrscht schönstes Wetter. Wir fahren zur Church of Good Shepherd, dem Symbol der Südinsel schlechthin. Und für uns markiert es die Hälfte der Südinsel: 650 Kilometer liegen bereits hinter uns!
Wir wollen das mit Cider feiern, bekommen aber ohne Ausweis in der Bar mal wieder keins. Also gehen wir erst mal Mittagessen und später gibt uns immerhin der 4Square Cider. Wir entspannen am See mit unserem Cider, obwohl es leider etwas windig ist. Um 17:30 Uhr geben wir unsere Fahrräder am Parkplatz ab, dann laufen wir einen Kilometer zum Zeltplatz. Wir schlagen das Zelt auf und essen zu Abend, bevor wir ein Schläfchen machen. Um Mitternacht gehen wir zum Stargazing Tekapo Office, wo wir erfahren, dass es leider abgesagt wurde, da es am Mt John, wo das Observatorium liegt, regnet. Dabei sieht der Sternenhimmel hier so gut aus! Wir sehen das Kreuz des Südens, die Milchstraße und vieles mehr. Viel bleibt uns aber nicht übrig, als zurückzugehen und zu schlafen. Schade, ich wollte schon immer mal dieses Stargazing in Tekapo machen.
Hier geht’s zum nächsten Te Araroa Abschnitt: Tekapo bis Rangitata River

























