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Kampen: 6-Gipfel-Überschreitung über dem Tegernsee

Bei der Kampen-Überschreitung in den Bayrischen Voralpen könnt ihr gleich sechs Gipfel mitnehmen: Ochsenkamp, Auerkamp, Spitzkamp, Seekarkreuz, Grasleitenkopf und Grasleitenstein. Bis auf das Seekarkreuz handelt es sich um eine wenig begangene Tour, auf der alles Gute zusammenkommt: Gipfelsammeln, ein langer Grat, schöne Ausblicke und am Ende lockt sogar eine Einkehr auf der Lenggrieser Hütte.

Ich parke mein Auto am Hohenburg-Parkplatz bei Lenggries. Zuerst geht es auf einem flachen Forstweg an blühenden Kuhweiden vorbei ins Hirschtal. Ich erreiche den Waldrand, wo sich ein Waldklassenzimmer findet. Tatsächlich finden sich hier Tafel und Bänke für Schüler. Eine schöne Idee. Der weitere Anstieg über den Forstweg zieht sich etwas, da er nur gemächlich ansteigt. Dabei begleitet mich jedoch ein rauschender Bach, der sich wildromantisch an meiner Seite entlang windet.

Die Kampen-Überschreitung

Ich erreiche den Hirschtalsattel und gehe über die Wiese auf die rechts von mir aufragende Felswand zu. Der Pfad steilt nun an und bringt mich auf den Rücken des Kampen-Massivs. Hier wende ich mich nach links und erreiche nach wenigen Minuten den ersten Gipfel: Der Ochsenkamp auf 1.595 m. Von hier habe ich eine schöne Aussicht auf den Tegernsee, Hirschberg, Karwendel, Wetterstein, Benediktenwand und die weitere Kampenkette, die ich überschreiten werde.

Vom Gipfel gehe wieder ein Stück zurück und folge dann dem Weg geradeaus, der im Auf und Ab auf das nächste Gipfelkreuz zusteuert. Dabei passiere ich den unscheinbaren Auerkamp-Gipfel, der mitten in den Latschen steckt. Er ist mit 1.607 m zwar der höchste Punkt der Kette, hat aber kein Gipfelkreuz vorzuweisen. Der Weg geht immer mal wieder links und rechts vom Grat entlang. Einmal glaube ich den Weg verloren zu haben, tatsächlich führt er jedoch links vom Grat einen steil abfallenden felsdurchsetzten Hang traversierend weiter. Es gilt auch das ein oder andere alte Schneefeld zu überqueren, was sich jedoch in Grenzen hält. Die letzten Meter geht es kraxelig über Felsstufen zum Gipfelkreuz des Spitzkamps auf 1.603 m. Von hier kann ich bereits mein nächstes Ziel, das Seekarkreuz, sehen.

Das Seekarkreuz

Von hier wird es doch noch recht spannend, denn immer wieder gilt es steile felsige Passagen abzuklettern bei denen immer wieder Drahtseile behilflich sind. Nach diesem kurzen Abenteuer erreiche ich den Forstweg. Wer hier bereits genug hat, kann von nach rechts wieder zurück zum Hirschtalsattel gelangen. Ich gehe allerdings geradeaus auf das Seekarkreuz (1.601 m) zu. Das Seekarkreuz ist der einzige Ort auf der Wanderung, der recht viele Wanderer sieht. Durch seine Nähe zur bewirtschafteten Lenggrieser Hütte ist der Gipfel beliebt. Selbst am Abend geht es hier doch noch recht lebhaft zu. Ich setze mich auf eine der Holzbänke und warte, bis auch die letzten Wanderer den Gipfel verlassen und ich noch ein paar ruhige Minuten genießen kann.

Nach dem Abstieg über eine felsdurchsetzte Wiese gelange ich in den Bergwald in dem immer wieder Sonnenstrahlen zwischen den Bäumen hervorblitzen. Dann bin ich auch schon an der Lenggrieser Hütte, wo es bei Bedarf Stärkung gibt. Ich gehe allerdings an ihr vorbei, denn das Finale steht mir noch bevor. Auch von hier könnt ihr über die Seekaralm und den Sulzersteig zurück zum Anstiegsweg gelangen. Ich möchte allerdings noch Grasleitenkopf und Grasleitenstein mitnehmen, um die Rundtour perfekt zu machen. Ich gehe nur ungern den gleichen Weg zurück, wenn es sich vermeiden lässt.

Bonus-Gipfel: Grasleitenkopf und Grasleitenstein

Von der Lenggrieser Hütte führt ein Pfad steil bergauf zum kleinen Gipfelkreuz des Grasleitenkopfs, an dem heute eine kleine amerikanische Flagge im Boden steckt. Ich nehme das als gutes Omen für meine in Kürze bevorstehende Reise auf dem Continental Divide Trail in den USA. Ich genieße das goldene Licht der untergehenden Sonne. Der Pfad schlängelt sich kurzweilig abwärts durch den Wald zum letzten Gipfel des Tages: Der Grasleitenstein. Von hier genieße ich noch die blaue Stunde, bis ich mich endgültig an den Abstieg nach Mühlbach mache. Die Sonne ist bereits hinter den Bergen verschwunden, zaubert aber noch ein paar schöne Farben in den Himmel. Von beiden Gipfeln habe ich einen schönen Blick ins Tal, das sich vor mir ausbreitet und durch das sich das Band der Isar schlängelt. Im Hintergrund erstrahlen schneebedeckten Bergkuppen im letzten Sonnenlicht.

Dort angekommen folge ich ein Stück der Straße nach rechts, um den Parkplatz Hohenburg wieder zu erreichen.


Fakten zur 6-Gipfel-Wanderung Ochsenkamp (1.594 m), Auerkamp (1.607 m), Spitzkamp (1.603 m), Seekarkreuz (1.601 m), Grasleitenkopf (1.433 m) und Grasleitenstein (1.268 m)

Gehzeit: 4,5 h (2,5 h gesamte Aufstiegszeit inkl. aller Gegenanstiege, 2 h Abstieg über Grasleitenkopf und Grasleitenstein)
Distanz: 16 km
Gesamtanstieg: 1.160 hm
Ausgangspunkt: Parkplatz Lenggries-Hohenburg (708 m)
Schwierigkeit: T3 – Anspruchsvolles Bergwandern (nur der Abstieg vom Spitzkamp, der Rest T2)

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    Annika

    Ich bin verliebt in die Welt, ihre Berge und das Abenteuer. Seit jeher beschäftigt mich eine starke Sehnsucht nach einem intensiven Leben. Dabei bedeuten Wandern und Reisen für mich pure Freiheit und Glück. Auf diesem Blog lest ihr alles über meine Abenteuer auf der ganzen Welt

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