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Peru: Machu Picchu und das heilige Tal

Machu Picchu gehört zu einem der neuen sieben Weltwunder. Zu Recht: Die spektakuläre Szenerie zwischen steilen Bergen macht diese sehr gut erhaltene Inkastadt aus dem 15. Jahrhundert zu einem der sehenswertesten Highlights Südamerikas. Aber auch das zwischen Hügeln versteckte Río Urubamba Tal, das sogenannte Valle Sagrado (heiliges Tal), das auf dem Weg von Cusco nach Machu Pichu liegt, bietet bereits reiche Inkaruinen und lebendige Geschichte.

Es gibt mehrere Möglichkeiten nach Machu Pichu zu reisen: Über das Sacred Valley und dann mit Zug nach Aguas Calientes oder aber mit dem weitaus günstigeren Bus bis nach Hidroelectrica um dann zu Fuß nach Aguas Calientes bzw. Machu Picchu zu gelangen. Beides ist in Rahmen einer geführten Tour von Cusco oder auch individuell organisiert möglich. Wir bevorzugen eine Tour um mehr über die alten Bauwerke zu erfahren. Eine weitere, sehr beliebte Variante, ist über den Inkatrail, in drei Tagen zu Fuß nach Machu Picchu zu gehen, was aber Monate im Voraus gebucht werden muss.

Wir reisen nur mit dem kleinen Rucksack, den Rest lagern wir im Hostel ein. Wir fahren weiter in die Berge hinein und halten kurz an einem Aussichtspunkt von dem wir in das Sacred Valley blicken können. Unten fließt der Rio Urubamba und links und rechts vom Tal steigen die Berge hinauf. Obwohl sie ziemlich steil sind, sind sie alle grün bewachsen. Das Valle Sagrado ist aus dem einfachen Grund heilig, weil es fruchtbares Ackerland ist, das bedeutendste Hochtal der Inkas und noch heute für die Einheimischen. Kartoffeln, Quinoa, Amaranth, Bohnen und Mais wachsen hier im Überfluss. Der Name des Urubambafluss ist Quechua, Sprache der Inkas und noch heute viel gesprochen,  und bedeutet soviel wie „heiliger Fluss“.

Die Ruinen von Pisac

Wir kommen zu unserem ersten richtigen Halt, dem Dorf Pisac. Man lädt uns in einer Silberschmiede ab, wo man uns erklärt wie man Silberschmuck herstellt. Aus Pisac kommt angeblich das beste Silber der Welt, 950er Silber. Hier wird noch alles per Hand gemacht, das Silber geschnitten und gefräst und mit bunten Steinen besetzt. In allen Variationen kann man das Inkakreuz erwerben, das allgegenwärtig ist. Danach haben wir noch etwas Zeit das Dorf zu erkunden. Wir kommen aber nur an Ständen vorbei, die die üblichen Souvenirs anbieten. Immerhin aber handgemachte, denn die Frauen weben, stricken und nähen was das Zeug hält um es bei jeder Gelegenheit an Touristen zu verkaufen.

Wir fahren weiter zur Ruine von Pisac. Wie alle Inkaruinen liegt sie oben auf dem Berg. Das beeindruckende an den Ruinen sind die großen Terrassen, die zum Ackerbau genutzt werden. Die tiefer gelegenen Terrassen sind feuchter weshalb dort Coca und Pflanzen aus dem Regenwald angebaut wurden. In den großen Terrassen in der Mitte wurden Mais und Kartoffeln angebaut und auf den trockenen oberen Terrassen Getreide. Die Terrassenstadt gehen wohl auf den Inka Tawantinsuyu im 14./15. Jahrhundert zurück.

Die gesamte Anlage wurde nach der Invasion der Spanier verlassen und sich selbst überlassen. In der Ruine bestehen 40% aus Gebäuden und 60% aus den landwirtschaftlich genutzten Terrassen. Die Wände schützen vor Erosion in der Regenzeit sowie Sonnenstrahlung am Tag und geben die gespeicherte Wärme nachts ab, was eine Mikroklimazone bildet, die zwei bis drei Grad wärmer ist als der Boden darunter. Deshalb konnten die Inkas Pflanzen anbauen, die normalerweise nur in tieferen Gefilden zu finden sind, wie z.B. Coca.

Der Guide erklärt uns wo die reichen und adligen Bewohner gelebt haben und wo das Militär saß. Anscheinend gab es auch sowas wie eine Universität wo man Meerschweinchenarten gekreuzt hat. Wir gehen weiter und unser Guide erklärt uns die Religion und Begräbnisriten der Inkas. An einem Berghang hinter uns sind in der braunen Erde Löcher zu sehen, die einst Inkagräber waren. Die Inkas wurden in Fötusposition begraben, weil die Inka glaubten, dass sie als Samen wieder in die Erde zurückgehen, zurück zu Pachamama, Mutter Erde. Die Gräber wurden jedoch geplündert und es ist nichts mehr davon übrig.

Er erklärt uns die Bedeutung des Inkakreuzes, oder Andenkreuz, mit dem Loch in der Mitte, das den Nabel der Welt, Cusco, die Haupstadt der Inka, darstellt. Jedes Quadrat steht für stehen für die Dreiteilung der Welt in Unterwelt, Welt der Menschen und Götterwelt. Die vier Ecken stehen für die vier Himmelsrichtungen und die drei Stufen zu jeder Seite für die wichtigsten Tiere der Inka: Der Kondor steht für Gerechtigkeit und die Götterwelt, der Puma für Stärke und die Menschen, die Schlange für Weisheit und die Unterwelt.

Nun haben wir ein wenig Zeit und können die Ruinen auf eigene Faust erkunden. Wir steigen zu den obersten Mauern der Ruine hinauf von denen wir einen schönen Blick über die Ruine und das Tal unter uns haben. Leider haben wir nicht viel Zeit und als wir oben sind müssen wir schon wieder runter. Wir wandern mit dem Isländer Snorre, den wir im Bus kennengelernt haben, noch kurz durch die unteren Ruinen bevor wir zum Bus zurückgehen. Zwischen Ruine und Bus warten schon die Souvenirhändler und wollen uns allerlei Krimskrams verkaufen.

Unsere Fahrt geht weiter durch das Tal hindurch. Wir fahren durch kleine Dörfer wo man mit Meerschweinchenspießen wedelt. Wir fahren jedoch vorbei und halten zum Mittagessen in dem Dorf Urubamba.

Ollantaytambo, die moderne Inkastadt

Die Fahrt geht weiter nach Ollantaytambo. Das kleine Dorf liegt eingebettet zwischen steilen Felshängen und Inkaruinen. Einer Legende nach soll ihr Gott Viracocha die Inka angeleitet haben, die Stadt zu bauen und auf Quechua heißt Ollantaytambo „Speicher meines Gottes“. Hier beginnt auch die berühmte Inka Trail Wanderung. In Ollantaytambo steht einer der bedeutendsten Bauten aus Inka-Zeiten und liegt an einem strategischen Punkt im Sacred Valley auf dem Weg nach Machu Picchu. Die Inka-Stätte ist als religiöses, astronomisches und administratives Zentrum der Inka bekannt, von denen auch einige Areale der Landwirtschaft dienten.

Wir betreten den Ruinenkomplex und unser Guide führt uns die großen Terrassen hinauf. Im Gegensatz zu den meisten Terrassen sind diese auf höheren Mauern aus geschnittenen Steinen anstatt rohen Felsblöcken gebaut. Ollantaytambo war das königliche Anwesen von Inka Pachacuti und deswegen mit höherem Standard gebaut. Manco Inca Yupanqui, Führer des Inkawiderstands, zog sich hierher nach dem Fall Cuscos durch die Spanier zurück um seine verbliebenen Soldaten zu sammeln.

Über den Terrassen haben Inkas und die Adligen gewohnt, unten im Dorf die Bauern. Ein Großteil der jetzt noch stehenden Häusern gehen auf die Inkas zurück, das einzig verbliebene Beispiel für Stadtplanung aus der Zeit der Inkas. Ollantaytambo besteht aus vier längs verlaufenen Straßen, die von sieben parallelen Straßen gekreuzt werden. In der Mitte dieses Rasters bauten die Inkas einen großen Platz, der nach Osten hin offen war und umgeben von Hallen und anderen städtischen Gebäuden war. Diesen Platz gibt es nicht mehr, da in den Kolonialzeiten etliche Gebäude darüber gebaut wurden. Alle Blocks im südlichen Teil der Stadt waren nach der gleichen Art gebaut, jeder als ummauertes Gelände mit vier Ein-Zimmer-Gebäuden um einen zentralen Innenhof herum.

Auf der anderen Seite des Dorfs, hoch an einem steilen Hang, sind weitere Ruinen zu sehen – ein Inka-Observatorium und ein Lagerhaus. Das Lagerhaus hat man oben auf einem Hang erbaut, weil es dort kühler und trockener ist und die Waren dadurch länger frisch blieben.

Über den Terrassen liegt der Sonnentempel. Von ihm gibt es nur eine Wand, die aus einem anderen Stein gefertigt als der Rest der Anlage. Alles deutet darauf hin, dass der Tempelkomplex noch im Entstehen begriffen war als er verlassen wurde. Der Stein wurde von einem Hang hergebracht, der einige Kilometer weit entfernt liegt. Unvorstellbar wie die Inkas diese gewaltigen Steine hier hoch getragen und -gezogen haben. Die sechs großen Steine der Tempelwand sind feiner gefertigt als die restlichen Bauten und perfekt angepasst. Auf ihr ist eine große, ältere Version des Inkakreuzes zu sehen.

Die Tour endet hier und da wir abends den Zug nach Aguas Caliente nehmen und nicht mit der Tour zurück nach Cusco fahren, haben wir alle Zeit der Welt die Ruinen weiter zu erforschen. Wir bleiben im oberen Teil der Ruinen, der zu militärischen Zwecken genutzt wurde. Es sind Steinhäuser mit kleinen Gassen und Fenstern. Wir gehen auf einen schmalen Pfad einen Hang entlang. Über uns steigt der Hang steil an und rechts von uns fällt er fast senkrecht ab. Er ist mit Kakteen und Agaven bewachsen, was der Ruine einen exotischen Anstrich gibt. Der Pfad fährt uns zu einem Inkahaus.

Wir steigen auf den steilen Treppen herum und probieren auch eine der Treppen aus, die die Terrassen verbinden. Es sind Steine, die aus den Terrassenmauern herausschauen und somit Trittstufen bilden. Wir gehen wieder hinab und schauen uns die Ruinen dort an. Weiter hinten gibt es einen Mauerkomplex mit Räumen und Sackgassen. In der Nähe des Eingangs gibt es einige Kanäle und Quellen. Es gibt einen Tempel de Agua, Fuente Ceremonial und ein Baño de la Ñusta. Ich weiß aber nicht ob dies nur Namen sind oder die Orte wirklich als das genutzt worden sind wonach sie jetzt benannt sind. Vor dem Ausgang grasen zwei Lamas und ich nutze die Gelegenheit gleich um mich anspucken zu lassen. Ich hab mir Lama-Spucke eigentlich immer schleimiger vorgestellt als sie tatsächlich ist, eigentlich ist es nur angekautes Gras. Eigentlich wollen wir auch noch das Lagerhaus und die Ruinen auf der anderen Seite des Hangs erkunden, aber es wird langsam schon dunkel.

Stattdessen schlendern wir durch den Markt und die Geschäfte der Stadt. Das Ergebnis: vier Semmeln, ein Käse, ein Lamabild, Früchte und eine Mütze für mich. Wir setzen uns in ein Restaurant am Plaza de Armas und Alex isst zum ersten Mal Meerschweinchen. Es ist schon dunkel als wir zum Bahnhof gehen. Um in den Zug gelassen zu werden, müssen wir den Ausweis vorzeigen. Im Abteil sind nur Touristen. Es ist schon dunkel draußen, weshalb wir draußen vor den Fenstern nichts sehen können. Es ist schon fast Mitternacht als wir in Aguas Caliente ankommen und zum Hostel gebracht werden.

Macchu Picchu

Wir schlafen bis 7 Uhr und frühstücken im Hotel. Um kurz nach acht gehen wir zur Bushaltestelle und kaufen uns Tickets für die Fahrt hinauf nach Machu Picchu. Sie kostet 12 USD pro Person und dauert 25 Minuten. Der Weg führt in Serpentinen den mit dichten Wald bewachsenen steilen Hang hinauf. Um kurz vor neun stehen wir vor dem Eingang zu Machu Picchu und warten auf unseren Guide. Außer uns sind noch Unmengen andere Touristen da. Die normalerweise überall gegenwärtigen Souvenirstände fehlen allerdings. Als unser Guide Rebecca erscheint, führt sie uns in die Ruinen.

Wir steigen eine steinerne Treppe hinauf, die zu den Terrassen und oberen Bereich Machu Picchus führt. Vor uns liegt nun der größte Teil Machu Picchus, dahinter ragt der Huayna Picchu empor. Auf ihm sind ebenfalls Ruinen zu sehen, die die Inka Astronomen genutzt haben. Man kann ihn besteigen, aber leider gibt es keine Tickets mehr dafür und diese sind auch gerne mal einen Monat im Voraus bereits ausgebucht. Täglich dürfen 400 Personen auf den Huayna Picchu steigen. Hinter uns liegt der Cerro Machu Picchu, der der Ruine seinen Namen gegeben hat, der darf immerhin von 800 Leuten täglich besteigen werden und mit der Verfügbarkeit hierfür sieht es zwar etwas besser aus, aber heute gibt’s auch dafür keine Tickets mehr.

Unser Guide erzählt etwas über die Geschichte der Ruinen. Die Stadt war, nachdem man sie im 15. Jahrhundert errichtet hat, nur wenige Jahrzehnte aktiv, dann mussten die Einwohner vor den Spaniern fliehen, die die Stadt aber nie gefunden haben. In der Stadt haben nur ca. 500 Menschen gelebt und sie wurde von 2.000 Fronarbeitern errichtet. Von der Weltöffentlichkeit entdeckt wurde sie durch die Entdeckung 1911 von Hiram Binham, einem Amerikaner, auf Basis dessen Fotografien der National Geographic eine ganze Ausgabe dem Bauwerk widmete. Der lokalen Bevölkerung waren die Ruinen aber schon immer bekannt.

Warum Machu Picchu nun eigentlich gebaut wurde ist unbekannt, es gibt nur verschiedene Theorien. Die am meisten anerkannte Theorie erklärt Machu Picchu zu einem königlichen Landhaussitz des Inkas, wo sich die ganze adlige Familie des Inkas zurückzog um im angenehm milden Klima von Machu Picchu zu entspannen, zu jagen und Gäste zu unterhalten. Die Tatsache, dass Machu Picchu ein königlicher Sitz war, spricht auch für ein administratives und religiöses Zentrum, welches außerdem durch seine abgelegene Berglage und hohen Mauern als Schutzburg galt.

Andere Theorien erklären Machu Picchu zu einem spirituellen Pilgerort oder einem besonderen Ort zur Widmung des Sonnengottes in einer heiligen Landschaft, was durch den Einfluss der Sonne, die zu bestimmten Zeiten perfekt an bedeutsamen Bergen ausrichtet und Fenster, Monumente und Räume, die Sonnenstrahlen astrologischer Ereignisse einfangen und gezielt Schatten werfen. Am Ende wird es wohl eine Mischung aus vielem sein.

Wir gehen weiter und die Sonne brennt ziemlich herunter. An einem kleinen Platz halten wir und haben einen guten Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Cordillera Vilcabamba. Wir gehen weiter abwärts und neben unseren Treppen liegt ein steiler Hang mit schmalen Terrassen. Der, der hier Ackerbau betrieben hat, musste auf jeden Fall schwindelfrei sein. In einem Beet sehen wir die Pflanzen, die die Inkas angebaut haben. Natürlich ist auch Coca dabei.

Der Plaza Sagrada (Heiliger Platz) ist von mehreren Häusern eingerahmt, dem Haupttempel, dem heiligen Tempel der drei Fenster und dem Intihuatana und war das politische Zentrum. Die Gebäude hier sind aus einem anderen Material gearbeitet als die komplette Ruine. Sie sind aus riesigen, fein gestalteten Steinen gestaltet, die mit millimetergenauer Präzision zusammengefügt wurden. Aus diesem hellen Stein ist auch der Tempel der „Drei Fenster“ gefertigt. Sie heben sich dadurch deutlich vom Rest der Ruine ab.

Wir gehen einen kleinen Hügel hinauf, wo wir einen geformten Stein sehen. Er wurde wahrscheinlich für astronomische Zwecke genutzt. Er heißt Intihuatana, was soviel wie Sonnenjahr heißt, und mit ihm wurden die Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen berechnet. Wie bei fast allem hier weiß man aber nicht wirklich für was es genutzt wurde, da es keine schriftlichen Aufzeichnungen gibt. Alles sind nur Theorien. Selbst der eigentliche Name Machu Picchus ist unbekannt.

Wir gehen weiter und kommen zu einem Platz auf dem ein großer Stein steht. Der Heilige Felsen ist ein behauener Monolith, der wie die Berge im Hintergrund geformt ist. Sie wurden verehrt und ihnen wurden hier Opfer dargebracht. Wir gehen weiter und kommen zum Central Plaza, eine große grüne Fläche die von Terrassen umringt ist. Auf den Terrassen wurden früher zur Zierde Blumen gepflanzt. Wir haben von hier einen guten Blick auf den Tempel der drei Fenster.

Wir kommen an Häusern vorbei, an deren Giebeln Steinösen und -bolzen zu sehen sind an denen wegen der starken Winde die Dächer der Häuser befestigt waren. Die Dächer waren aus Schilf, weshalb sie nicht mehr erhalten sind. Viele Häuser waren zweistöckig. Wir kommen zum „Kondortempel“, es könnte aber auch ein Gefängnis gewesen sein. Man sieht den Kopf eines Kondors in den Fels gemeißelt und die großen Felsen dahinter sollen Schwingen darstellen. Neben Puma und Schlange war der Kondor eines der heiligen Tiere der Inkas.

Kurz darauf endet die Tour und wir erkunden die Ruinen auf eigene Faust. Wir steigen wieder die steilen Treppen an den Terrassen hinauf und schauen uns nochmal die Ruine von oben an. Wir suchen und finden den „Sonnentempel“, das einzig runde Gebäude der Stadt.

Das Sonnentor Intipunku

Wir gehen weiter bergauf und verlassen die eigentliche Ruine. Unser Ziel ist Intipunku, das Sonnentor. Es liegt ein gutes Stück entfernt von Machu Picchu und ist der Endpunkt des Inka-Trails. Man kann es bereits von Machu Picchu aus sehen, doch der Weg ist ziemlich anstrengend. Es ist nicht besonders steil, aber die Sonne brennt unbarmherzig herunter und es gibt kaum Schatten. Kaum zu glauben, dass man sich auf einer Höhe von 2.300m eigentlich mitten im Dschungel befindet und so auch das Klima ist. Ich bin ganz froh keinen Inka-Trail laufen zu müssen, ich bevorzuge es kühler beim Wandern. Wir kommen an zwei Lamas vorbei, die am Weg vor einer kleinen Ruine grasen und ich versuche diesmal erfolgreich mich nicht bespucken zu lassen.

Der Weg zieht sich gerade am Hang entlang, immer leicht aufwärts. Als wir das Sonnentor erreichen sind wir durchaus ein wenig geschafft und bevor wir die Aussicht über gesamt Machu Picchu und die heiligen Berge genießen setzen wir uns in den Schatten und machen Brotzeit. Gestärkt setzen wir uns auf eine der Terrassen und schauen zu Machu Picchu hinüber. Die Ruine liegt wunderschön zwischen den beiden Bergen. Die Aussicht ist einfach super und eine Zeit lang sitzen wir nur da und genießen. Das Sonnentor besteht aus steilen Treppenstufen, die in den Felsen gehauen wurden, und aus Bauten, die darauf schließen lassen, dass es sich um eine Art Zollstation handelte, an der alle kontrolliert wurden, die in die Stadt hinein und wieder heraus wollten.

Die Sonne versteckt sich langsam hinter den Wolken und die Temperatur wird angenehmer. Wir gehen wieder hinunter, was weit weniger anstrengend ist als hinauf. Wir treffen wieder auf die Lamas und kurz darauf kommt uns eine ganze Herde entgegen.

Die Inkabrücke

Bevor wir die eigentliche Ruine erreichen, biegen wir links ab und folgen den Schildern zur Inka Zugbrücke. Bevor wir auf den engen Pfad dürfen, müssen wir uns registrieren. Der Weg ist nicht besonders breit und manchmal geht es neben ihm fast senkrecht in die Tiefe. Ein Geländer gibt es nicht, nur manchmal ist ein kleines Mäuerchen vorhanden. Der Weg ist aber gut und auch so breit das man ohne Gefahr aneinander vorbei gehen kann. Am Ende ist noch ein Stahlseil zum Festhalten angebracht.

Die Inkabrücke liegt an einer steilen Felswand. An ihr wurde der Weg hochgemauert und eine Lücke für die Brücke gelassen. Bei einem Angriff wurde die Brücke hochgezogen und den Angreifern somit das Überschreiten der Lücke unmöglich gemacht. Da schon Mal einer von der Brücke, die jetzt nur noch aus ein paar Holzstämme besteht, gestürzt ist darf sie nicht mehr betreten werden und ist durch ein Tor versperrt. Was uns aber noch mehr beeindruckt ist wie der Weg nach der Brücke weitergeht. Er verläuft praktisch an einer senkrechten Felswand, was bereits einem Klettersteig würdig wäre. Das zu bauen oder ihn auch nur zu benutzen muss mega gruselig gewesen sein.

Wir gehen zur Ruine zurück und schlendern durch die Häuser. Es ist Nachmittag und mittlerweile sind die meisten Besucher verschwunden, was alles viel entspannter macht. Wir sehen uns nochmal den Sonnentempel an und den darunter liegenden Bau, der Pachamama geweiht ist. Dort sehen wir ein paar Viscachas sitzen, die wohl nun auch die einkehrende Ruhe auf dem Gelände genießen. Langsam schlendern wir über die Terrassen zum Ausgang zurück.

Da wir Zeit haben, nehmen wir nicht den Bus sondern die Treppen zurück nach Aguas Calientes. Auch wenn es nur bergab geht, kommen wir beim Abstieg durch den schwülen Nebelwald gut ins Schwitzen. Wir sind gut unterwegs und es dauert nicht viel länger als mit dem Bus bis wir den Boden des Tals erreichen durch das ein Fluss fließt. Am Fluss entlang gehen wir nach Aguas Calientes zurück. Wir suchen uns ein Restaurant zum Abendessen. Im Fernsehen kommt Bundesliga und der Zug fährt nur 1m vorm Eingang vorbei.

Pünktlich um 18:20 Uhr geht unser Zug. Auf der Fahrt gibt es jedoch technische Probleme und wir haben eine Stunde Verspätung. In Ollantaytambo dauert es ein wenig bis wir in den richtigen Bus kommen, da die Frau die uns abholen soll, eine Liste mit falschen Namen hat. Nach zweistündiger Fahrt sind wir gegen Mitternacht wieder in Cusco.

Machu Picchu war ein lang gehegter Traum, den wir uns nun erfüllt haben. Trotzdem man schon viele Fotos dieser berühmtesten aller Inka-Stätten gesehen hat, ist es doch ein erhabenes Erlebnis selbst hier zu stehen.

Geführte Tour oder selber machen?

Selbst organisieren ist sicherlich etwas günstiger, vor allem wenn man den Bus nach Hidrolectica nimmt. Guides sind vor Ort in Machu Picchu verfügbar. Vor allem hat man aber mehr Zeit die einzelnen Sehenswürdigkeiten im Sacred Valley zu erkunden. Bei begrenzter Zeit ist allerdings eine Tour ideal, die das Sacred Valley ebenfalls abdeckt. Für Sparfüchse empfiehlt sich die Variante über Hidrolectica mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und ggf. eine weitere Tour von Cusco ins Sacred Valley.

Ein teurer Spaß ist es aber leider so oder so dieses Weltwunder mit eigenen Augen zu sehen. Der Eintritt zu Machu Picchu kostet happige 62 USD, 71 USD wenn man den Machu Picchu oder Huayna Picchu besteigen will.


WIE GEHT’S DENN NUN NACH MACHU PICCHU?

FOLGENDE MÖGLICHKEITEN IN DER ÜBERSICHT

1. Von Cusco bis Aguas Calientes im Zug
Die teuerste und schnellste Variante. Ab 160 USD aufwärts und für die Eiligen in einem Tag zu schaffen.

2. Von Cusco nach Ollantaytambo mit Bus und dann mit Zug nach Aguas Calientes
Der Vorteil bei der Variante ist, dass man das Sacred Valley mitnehmen kann. Eine geführte Tour durch das Sacred Valley kostet gerade mal ca. 30 Soles. Alternativ auch selbst organisiert mit öffentlichen Verkehrsmitteln (4 Soles im Bus, im Collectivo 7-12 Soles). Dazu kommt das Boleto Turistico um die Ruinen besuchen zu dürfen, 70 Soles für das Tagesticket oder 140 Soles für das 10-Tagesticket für alle Inka-Stätten rund um Cusco sowie einige Museen. Das teuerste an der Tour ist allerdings die Zugfahrt, ab 100 USD aufwärts, für eine 90-minütige Zugfahrt. Bei der Variante ist man minimal zwei Tage unterwegs.

3. Wanderung nach Machu Picchu
Der beliebteste Trek in wohl ganz Südamerika: Der berühmte Inka Trail führt einen zu Fuß nach Machu Picchu. Spontanität ist hier aber leider unmöglich, der Trek muss aufgrund seiner Beliebtheit Monate im Voraus gebucht und darf nur mit Guide begangen werden.
Alternativ gibt es den Inka Jungle Trail (eine viertägige Rafting-Fahrrad-Wander-Tour), den fünftägigen anspruchsvolleren Salkantay Trek und der viertägige Lares Trek. Zurück geht’s dann mit Zug und Bus nach Cusco.

4. Bus nach Hidrolectrica und zu Fuß nach Machu Picchu
Die Low-Budget Variante mit dem öffentlichen Bus, was mehrfaches Umsteigen bedeutet, oder mit einem Tourbus von Cusco nach Hidroelectica ist schon ab 10 Euro zu haben und dauert sechs bis sieben Stunden. Dann gelangt man zu Fuß in etwa zwei Stunden nach Aguas Calientes. Für die Übernachtung in Aguas Calientes kann man allerdings kein großes Schnäppchen erwarten, es ist ziemlich touristisch. So oder so ist man mindestens drei Tage unterwegs und verpasst bei der Route das Sacred Valley, das man aber nochmal in einer anderen Tour von Cusco aus machen könnte.

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    Annika

    Ich bin verliebt in die Welt, ihre Berge und das Abenteuer. Seit jeher beschäftigt mich eine starke Sehnsucht nach einem intensiven Leben. Dabei bedeuten Wandern und Reisen für mich pure Freiheit und Glück. Auf diesem Blog lest ihr alles über meine Abenteuer auf der ganzen Welt

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