Mount Ruapehu

Te Araroa 21: Vulkanlandschaft – Tongariro bis National Park

Das Tongariro Crossing ist ein Höhepunkt auf dem Te Araroa und wir bauen noch einen Sidetrip rund um den Mount Ruapehu ein, um länger in dieser alpinen Gegend zu bleiben. 

Te Araroa Tag 34: Das Tongariro Crossing – Tongariro Holiday Park bis Whakapapa Holiday Park

28,4 km / 8,5 h / 1.485 hm

Heute steht das Tongariro Crossing an, eine alpine Wanderung durch aktive Vulkanlandschaft. Vor 11 Jahren habe ich die Wanderung schon einmal unternommen und weiß daher, wie schön sie ist. Das erste Stück ist jedoch Straße, wofür wir schnell eine Mitfahrgelegenheit bekommen. Dann geht es durch Wald hinauf, über zahlreiche Stufen, bis wir in offener Landschaft stehen. Bald können wir Lake Rotoaira und Lake Taupo unter uns erblicken.

In Serpentinen zieht sich der Weg in angenehmer Steigung aufwärts. Je weiter wir hinaufkommen, desto kälter wird es. Bald erreichen wir die Emerald Lakes, die vor allem von oben schön aussehen. Türkisgrün erstrahlen sie unter uns, obwohl die Sicht eingeschränkt ist. Wolken ziehen unter uns hindurch. Leider ist es heute nicht so klar und fürchterlich kalt und windig am höchsten Punkt auf 1.847 m. Viele Menschen kommen uns entgegen, anscheinend wird das Crossing täglich von 1.000 Menschen besucht. Schon um 9 Uhr morgens kommen uns die ersten Wanderer entgegen, die das Crossing bereits hinter sich haben.

Leider ist es heute stark bewölkt, aber den roten Krater sehen wir dennoch. Mt Ruapehu, Tongariro und Ngaruahoe sind allerdings in Wolken versunken. Auf dem Weg zum Red Crater und dem höchsten Punkt des Trails wird es extrem steil und der Weg führt über loses Vulkangestein. Von oben können wir in den Red Crater hineinblicken. Nun geht es nur noch abwärts und wir machen eine Mittagspause an einer windgeschützten Stelle. Trotzdem wird uns sehr kalt, wenn wir uns nicht bewegen. Mit jedem Meter, den wir hinabsteigen, wird es jedoch wärmer. Wir erreichen den Abzweig nach Whakapapa und halten uns links. Der gut ausgebaute Weg weicht einem ausgewaschenen Pfad, der immer wieder sehr unwegsam wird. Dazu geht es ständig auf und ab. Schließlich erreichen wir jedoch die kleine Siedlung Whakapapa und begeben uns auf den örtlichen Zeltplatz. Den Abend verbringen wir im Pub, wo es leckere Burger und Cider gibt.

Round the Mountain Sidetrip: Whakapapa bis Rangipo Hut

29,2 km / 7,5 h / 1.205 hm

Für zwei Tage folgen wir statt dem Te Araroa dem Round the Mountain Track, der rund um Mount Ruapehu führt. Wir starten in Whakapapa und als ersten Höhepunkt erreichen wir den Taranaki Wasserfall, der sich von den umgebenden Felsen stürzt. Dann führt uns der Weg auf und ab durch lichte Vegetation. Links ragt der Mount Ngaruahoe in die Höhe, rechts der schneebedeckte Mount Ruapehu. Wir erreichen die erste Hütte, wo wir jedoch nicht einkehren.

Wir gehen weiter und kommen in eine wüstenartige Vulkanlandschaft aus schwarzem Sand und Gestein. Hier geht es nun immer wieder rauf und runter, sodass sich die Höhenmeter sammeln. Der Weg zieht sich dadurch in die Länge. Immer wieder geht es runter, um anschließend gleich wieder hochzusteigen, teilweise sehr steil. Wir erreichen eine Hängebrücke über einen reißenden Fluss, und jetzt ist es nicht mehr weit zur Rangipo Hut, die wir nach weiterem Auf und Ab erreichen. Ich bin hungrig und esse zweimal plus zwei heiße Schokoladen.

Round the Mountain Sidetrip: Rangipo Hut bis Whakapapaiti Hut

32 km / 11 h / 1.563 hm

Heute geht es wieder auf und ab durch wüste Vulkanlandschaft. Der Weg besteht aus losem Geröll, und besonders beim Bergabgehen muss man stark aufpassen. Trotzdem falle ich einmal hin, weil ich ausrutsche. Wir tauchen in lichten Wald ein, bis wir auf eine Straße kommen, die bergauf führt. Hier hält gleich das erste Auto an, um uns die 3 Kilometer auf der Straße mitzunehmen, was sich im Nachhinein als gute Entscheidung erweisen soll, da wir uns damit mindestens eine Stunde erspart haben. Von der Straße geht es nach links und einen steilen Felshang hinunter, an sich kaskadenartig hinabstürzenden Wasserfällen entlang. Unten im Tal erreichen wir die nächste Hütte, die allerdings noch nicht unser Tagesziel ist.

Von hier wird der Weg extrem unwegsam und wir kommen nur langsam voran. Entweder sind die Wege ausgewaschen oder Steine liegen im Weg herum. Immer wieder gilt es auch, einen Fluss zu überqueren. Zwischendurch gibt es Holztreppen und Plankenwege, die durch die karge Vegetation aus Büschen und Gräsern führen. Ein See taucht unvermittelt vor uns auf, der Lake Surprise. Unsere Schatten werden immer länger mit fortschreitender Stunde und die Kilometer wollen nicht schwinden. Wir sind über zehn Stunden unterwegs und entsprechend müde. Vor allem das viele Auf und Ab ist extrem anstrengend. Trotzdem ist die Landschaft wunderschön. Mount Ruapehu thront über uns und an seinen Flanken stürzen Wasserfälle hinab.

Zum Schluss geht es noch einmal aufwärts, um dann zur Hütte hinunterzusteigen. Erschöpft erreichen wir die Whakapapaiti Hut nach elf Stunden Marsch. Meine Füße tun seit Langem mal wieder weh und meine Knie spüren die Anstrengung ebenfalls. Wir kommen kurz nach 20 Uhr an, nur eine Stunde Tageslicht vor uns, was ohne das Hitchen echt knapp geworden wäre. Das Stück von der letzten Hütte bis hierher hat viel mehr Zeit in Anspruch genommen als gedacht, durch die schlechte Wegbeschaffenheit.

Te Araroa Tag 35: Zurück auf den TA – Whakapapaiti Hut bis National Park

14,4 km / 3,5 h / 93 hm

Heute geht es wieder zurück auf den Te Araroa. Bei der ersten Flussüberquerung falle ich in den Fluss, weil ich ausrutsche. Ich bin komplett nass und meine Kamera hat auch etwas abbekommen. Mir geht alles irgendwie verloren oder kaputt. Der Weg ist nun deutlich leichter und führt teils über Plankenwege durch niedrige Vegetation und lichte Wälder. Es geht jetzt auch fast nur noch abwärts. An einer Abzweigung wenden wir uns nach links und sind jetzt wieder auf dem TA, der uns bis zur Straße führt.

Hier haben wir Pech und kein Auto hält für uns an. Erst ein Kilometer vor National Park nehmen uns Dänen mit – eine kurze Fahrt. In National Park kaufen wir ein und kehren in das Café hinter dem Supermarkt ein, wo es Burger gibt. Dann gehen wir zum YHA, wo wir die Nacht verbringen werden. Ein kurzer Tag, um sich von den Strapazen des gestrigen Tages zu erholen. Meine Knie tun immer noch weh, was sich besonders beim Treppensteigen bemerkbar macht. Morgen wollen wir den Rest des Weges nach Whakahoro, wo uns die Kanus erwarten, per Anhalter fahren. Hoffentlich klappt das, denn zum Laufen ist es sehr weit.

Mount Ruapehu
Mount Ruapehu

Hier geht’s zum nächsten Te Araroa Abschnitt: Whakahoro bis Whanganui

23. Der Whanganui River – Whakahoro bis Whanganui

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