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USA: Die Flusswanderung „The Narrows“ im Winter

Die Wanderung durch die „Narrows“ ist ein weiteres episches Abenteuer im Zion Nationalpark. Sie ist vor allem im Winter ein ganz besonderes Erlebnis, da weniger Menschen unterwegs sind und die Schlucht mit Schnee und Eis bedeckt ist, was die Landschaft noch spektakulärer macht. Ihr watet stromaufwärts durch den Fluss, während steile Felswände einer Schlucht neben euch aufragen. Auf dieser einzigartigen Flusswanderung, die euch zu der versteckten Oase Big Springs führt, erwartet euch nicht der typische Wanderweg. Stattdessen fordert euch die Natur mit ihrer unberührten Schönheit und den wechselnden Tiefen des Wassers heraus. 

Die Wanderung durch die Narrows ist eine Reise, die euch mit der unverfälschten Kraft und Schönheit der Natur verbindet. Eine Einladung zum Abenteuer in einer Welt, wo das Plätschern des Flusses und das Echo der Schlucht eure stetigen Begleiter sind. Vergesst nicht, euch über die aktuellen Bedingungen zu informieren und die richtige Ausrüstung mitzubringen, um diese einzigartige Erfahrung sicher und in vollen Zügen genießen zu können.

Für eine Tageswanderung in den Narrows ist euer Ziel Big Springs, eine idyllische Quelle. Sie liegt etwa 8 Kilometer von eurem Ausgangspunkt entfernt und sprudelt aus einem Felsen hervor. Der Weg ist das Ziel auf dieser Wanderung, denn das Ziel selbst ist nicht besonders spektakulär. Unterwegs werdet ihr immer wieder durch den Fluss wandern, weshalb es ratsam ist, sich auf nasses Wandern einzustellen und vor allem im Winter entsprechende Ausrüstung zu tragen.

The Narrows „Bottom-Up“ – Vom Temple of Sinawava nach Big Springs

Vom Startpunkt beim Temple of Sinawava folgt ihr dem Weg, der euch sanft in die Arme des Virgin Rivers führt. Sobald ihr das eiskalte Flusswasser betretet, öffnet sich das Tor zu einer anderen Welt – einer Welt, in der die Zeit anders zu fließen scheint. Die ersten Schritte auf dem 1,6 km langen asphaltierten Pfad sind nur das Vorspiel zu dem Spektakel, das euch erwartet, wenn die Schluchtwände sich um euch schließen und ihr von der majestätischen Präsenz der Natur umgeben seid. Im Winter solltet ihr auf die dicken Eisschichten an den Felswänden rechts vom Trail achtgeben, denn vor allem nachmittags kann hier auch mal etwas herunterkommen.

Eure Reise durch die Narrows führt euch je nach Wasserstand und Abschnitt durch flacheres und tieferes Gewässer, in denen das Wasser bis zur Hüfte reichen kann. Die monumentalen Felswände, die sich bis zu 600 Meter in die Höhe strecken, malen ein Bild von erhabener Schönheit. Im Winter sind diese von Eisschichten bedeckt. Wasserfälle stürzen an den Seiten der Schlucht hinab, sind nun jedoch zu riesigen Eiszapfen gefroren. So erhält die an sich bereits spektakuläre Wanderung durch die Narrows im Winter eine zusätzliche Dimension.

Es gibt immer wieder kürzere Strecken, die ihr links oder rechts vom Fluss am Ufer entlanggehen könnt und dabei nur gelegentlich den Fluss überquert. Im Winter können die Felsen hier eisbedeckt und sehr rutschig sein, weshalb hier Vorsicht geboten ist. Zwischendurch gilt es, über ein paar Baumstämme zu kraxeln. Im Winter gelangt auch nur wenig Sonne in die Tiefen des Canyons. Jedes Sonnenfleckchen ist wertvoll und empfiehlt sich für eine Snackpause.

Der spektakulärste Teil der Wanderung ist die Sektion, die als „Wall Street“ bekannt ist. Sie beginnt kurz vor der Abzweigung zum Orderville Canyon, die ihr rechts liegen lasst. In der Wall Street hat das Wasser über Jahrhunderte besonders atemberaubende Formationen geschliffen. Hier offenbart der Fluss inmitten der engsten Schluchtstelle seine ganze Pracht und lädt mutige Wanderer ein, bis zum „Floating Rock“ vorzudringen – oder sogar darüber hinaus, falls das Abenteuer ruft. Wem der weitere Verlauf zu aufregend ist, dem sei geraten nur bis hier herzugehen, da es ohnehin der schönste Part ist.

Der zweite Teil ist herausfordernder, denn das Wasser wird teilweise oberkörpertief. Es gibt weniger Möglichkeiten am Flussufer entlangzugehen, die Strömung wird reißender und es erfordert etwas Mut und Erfahrung. Es ist auch nicht immer eindeutig, welcher Weg der beste ist. Dabei handelt sich also auch um ein bisschen Trial-and-Error, wenn sich herausstellt, dass das Wasser an einer Stelle zu tief oder zu reißend ist. Es sind von hier noch 3,2 km zum Umkehrpunkt Big Springs und diese nehmen für uns deutlich mehr Zeit in Anspruch als der erste Teil, da wir hier nur langsam vorankommen.

Der kleine Wasserfall Big Springs ist nicht sehr spektakulär, es handelt sich bei einer Tageswanderung einfach nur um am weitesten entfernt liegenden Punkt. Denn ab hier wird ein Permit erforderlich, um die gesamte Länge des Canyons zu wandern, die sich auf 25 km erstreckt. Dafür gehen Wanderer flussabwärts und es gibt auch die Möglichkeit zwischendurch zu campen und die Wanderung auf zwei Tage aufzuteilen.

Besonderheiten der Narrows im Winter

Diese Wanderung durch die Narrows werdet ihr in der Hauptsaison kaum für euch haben, denn sie ist extrem beliebt. Es ist sicher spaßig im Sommer, da die Erfrischung des Flusses willkommen ist. Es kann jedoch sehr voll werden, weshalb ich empfehle die Tour im Winter zu machen. Eine Wanderung im Winter bietet eine willkommene Abwechslung, verlangt aber nach spezieller Ausrüstung. Ob ihr euch für ein „Dry Bib Package“ entscheidet oder die zusätzliche Sicherheit eines „Dry Suits“ bevorzugt, wichtig ist, dass ihr auf die winterlichen Bedingungen vorbereitet seid.

Die Ausrüstung kann von den örtlichen Ausrüstern gemietet werden. Zum „Dry Bib Package“ gehört ein wasserfester Overall, wasserdichte Socken, Wanderstiefel und ein fester Holzwanderstab, der euch die Flussquerungen erleichtert. Auch darunter solltet ihr schnell trocknende und isolierende Kleidung tragen – also keine Baumwolle! Es gibt auch die Möglichkeit ein „Dry Suit Package“ auszuleihen, das euch auch bei einem Sturz ins Wasser trocken hält. Dies empfehle ich weniger Flusswanderungs-Erfahrenen im Winter. Es gibt euch einfach ein Stück mehr Frieden, wenn ihr keine Angst vor einem Sturz haben müsst.

Da es im Winter sehr kalt werden kann und die Gefahr besteht, dass ihr ins eiskalte Wasser fallen könntet, ist die richtige Ausrüstung unabdingbar. Es gilt, die lebensbedrohliche Gefahr von Unterkühlungen zu vermeiden. Auch im Sommer ist es wichtig festes Schuhwerk, schnell trocknende Sachen, Wanderstöcke und wasserfeste Rucksäcke zu tragen.

Bitte informiert euch auch vorab über die Bedingungen. Es besteht die Gefahr von Sturzfluten und dann gibt es im engen Canyon kaum Fluchtmöglichkeiten. Bei zu hohem Wasserstand oder zu starker Strömung ist der Trail aus Sicherheitsgründen gesperrt.

 


Fakten zur Wanderung: The Narrows „Bottom-Up“

Gehzeit: 7 h
Distanz: 16 km
Gesamtanstieg: 212 hm
Ausgangspunkt: Temple of Sinawava, Zion Nationalpark
Schwierigkeit: mittel bis Wall Street, danach je nach Wasserstand zunehmend schwerer
Permits: Bis zur Big Spring kein Permit erforderlich, für die gesamte Schlucht wird ein Permit benötigt
Ausrüstung: Ausrüstung kann bei lokalen Ausrüstern geliehen werden. Hier unterscheidet sich die Qualität, also die Wasserfestigkeit deutlich, was vor allem im Winter wichtig ist. Wir haben sehr gute Erfahrung mit der Ausrüstung von „Zion Guru“ gemacht. Deren Dry Bib Package hat uns über den gesamten Weg trocken gehalten.

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    Annika
    Annika

    Ich bin verliebt in die Welt, ihre Berge und das Abenteuer. Seit jeher beschäftigt mich eine starke Sehnsucht nach einem intensiven Leben. Dabei bedeuten Wandern und Reisen für mich pure Freiheit und Glück. Auf diesem Blog lest ihr alles über meine Abenteuer auf der ganzen Welt

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